Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1468529
STUDIENJAHRE 
Rom 
69 
11ml in Deinem nächsten Briefela Es dürfte denn 
schehexa sein und dem französischen Windbeutel 
doch ge- 
mochten 
die Ohren klingen. 
Seine Unzufriedenheit mit sich selbst will ihn nicht 
verlassen: nAch möchte ich doch erst zufriedener mit mir 
selbst sein! Nie, darf ich wohl sagen, empfand ich härter, 
wie schwer die Kunst sei und ich würde mich nicht ent- 
schlossen haben etwas auszuführen, hatten mich mehrere 
meiner Freunde nicht gleichsam gezwungen. Aller Muth 
und Liebe schwand, und ich versichere Dir, ich habe zu- 
weilen Todesangst ausgestanden! Nur momentweise er- 
wärmt mich das eigentliche Feuer, was dem Künstler 
eigentlich nie verlöschen sollte. Oft bedaure ich so viele 
hiesige Künstler, die glücklich sind und langsam ihren Weg 
fortsetzen, und spät erst, vielleicht garnicht, zur Besinnung 
kommen. Wenige beneide ich, denn nur Wenige unter 
der grossen Zahl sind auserlesen und zu grossen Künstlern 
bestimmt. Sieh, meine einzig geliebte Marie, so ergeht 
es Deinem armen Jüngling, der sich gewiss mit ganzer 
Liebe in die Arme der Kunst warf l Könnte ich nur erst 
mit der mir eignen Ruhe weiter gehen, doch diese scheint 
nie wieder zu kehren, solange ich im Trubel Lllllllöl" irren. 
Solche Selbstqtiiilereien waren nur der Rückschlag der ersten 
jubelvollen Eindrücke Roms auf die junge Künstlerseele. 
Er musste sich eben hindurchringen durch innere Nöthe, 
welche Wenigen erspart sind, die es ernst mit sich nehmen. 
Der Grössere hat daran meist schwerer zu tragen und zu 
arbeiten, als der Geringere. Aber es war Zeit, dass er in 
die freie Luft hinaus kam und zwar in die Sabinerberge, 
in welche der Mai ihn wieder hinaus lockte. 
Kochs Bilder waren es, deren Charakter ihn mehr und
        

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