Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1468514
68 
STUDIENJAHRE 
Rom. 
Trostworte, die sie ihm auf seine Klagen geschrieben. 
Ihren achtzehnten Geburtstag wollte er nach seiner Weise 
feiern, aber gerade an diesem Tage begegnete ihm etwas 
erschreckend Komisches, eine Anwandlting von ernster 
Eifersucht gegen die Entfernte. Er, der in Briefen ihr so 
viel von seinem Verkehr mit schönen Mädchen erzählt 
hatte, um scherzend ihre Eifersucht herauszufordern, er 
muss plötzlich im Ernst diese Regung in sich erleben! 
Ein junger Franzose, der in Antwerpen seine Studien ge- 
macht, bringt ihm Grüsse nach Rom, erzählt ihm allerlei, 
selbstverständlich auch von den hübschen Antvsverpnerinnen, 
und nennt unter ihnen Marie Erichsen, bei der er sehr gut 
angeschrieben stehe. Er ging wohl nicht so weit wie 
jachimo, gegenüber dem Gemahl der schönen Imogen, der 
Tochter des Königs Cymbeline, aber PYCllCf fühlte dennoch 
einen Stich im Herzen. Von seinem Verhältniss zu Marie 
wusste der junge Franzose nichts, noch konnte ihm Auf- 
klärung gegeben werden  warum darüber noch immer 
ein Geheimniss liegen sollte, dafür fehlen freilich die 
Gründe. Der Liebende kann nicht umhin, sich in seinem 
nächsten Briefe nztch Antwerpen auszusprechen. Es weiss 
ja, dass es nur eine DdIJIDIUC Renommage von dem jungen 
Menschen war, die demselben so gut wie den meisten 
Franzosen eigen sein wird. Dass es mir aber durch den 
Kopf fuhr, glaube nurlu fahrt er fort. nUnd hierin glaube 
ich etvcas vom Italiener angenommen zu haben, der schreck- 
lich bei der gleichen Gelegenheit ista. Nachdem er es 
sich aber vom Herzen gesprochen, lasst er die heiligsten 
Versicherungen seines Vertrauens folgen und endet mit 
der Hoffnung: nDu hörst, denk ich, die Sache nur mit 
einem schelmischen Lächeln und erwiihnst ihrer nicht ein-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.