Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1468476
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STUDIENJAHRI 
Rom. 
Poesie waren hervorletlchtende Eigenschaften des Menschen, 
der bei all dem zur Schande seiner Zeit nicht die Aner- 
kennung gefunden, die eine bessere ihm und seinen Werken 
zollen wird. Bei seinem langen Leben in Rom, bei seinem 
tmatisgesetzten Pleiss, hat die Welt eine grosse Menge 
seiner schönen geistreichen Werke, die alle den ungetheilten 
Beifall und die Bewunderung der Künstler, aber nicht der 
sogenannten Liebhaber haben. Seine Bilder alle sind Ge- 
dichte von bedeutendem Inhalt, gross, lieblich oder plnlii- 
tastisch, reich und schön in Form und Linie, klar und 
reizend, oder ernst und tief, je nach dem Gegenstande; 
in der Farbe ausdrucksvoll, wie in der Form. Die Staf- 
fagen sind stets so, dass sie nicht anders gedacht werden 
können. Dies der Charakter seiner Bilder. Seine Zeich- 
nungen und Studien in seinen Büchern sind von einer 
Liebenswürdigkeit und kindlichen Reinheit, denen sich nichts 
vergleichen kann. Bis in sein spiitestes Alter hat er diese 
Eigenschaften sich zu bewahren gewusst, ein Fall, der mir 
ausser bei ihm , nie mehr vorgekommen ist. Die Gegen- 
stände, die er künstlerisch behandelte, sind stets mit dem 
höchsten Geschmack gewählt, klar und verständlich durch 
Hinweglassen alles Unwesentlichen, und daher stets aus- 
drucksvoll und edel. Möge dieser seltene Künstler der 
jugend ganz vierstiindlich werden, denn der Weg, den er 
gegangen, wird immer zu einem hohen Ziele führen. Zwar 
stellt Llnsre Zeit andre Forderungen, doch diese können 
nur vorübergehend sein und das Wahre und Rechte findet 
in allen Zeiten Verstiindniss, wenn auch bei Verhältniss- 
massig Wenigena. 
Alles wzts Preller hier so beredt und schön zum Rubine 
seines alten Lehrers zu sagen weiss, sollte später auf ihn
        

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