Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1468462
STUDIEN JAHRE 1x 
Rom. 
ß 
Freude. je mehr ich ihn verstehen lernte, desto bereitet 
zeigte er sich, mir Anleitung und Aufklärung zu Theil 
werden zu lassen, und mannigfache Förderung habe ich 
namentlich den Stunden zu verdanken, die ich in der Cam- 
pagna, neben Koch, zeichnend verbrachte, wobei regel- 
mässig beiden der nämliche Gegenstand als Vorwurf diente. 
Hier lernte ich erkennen, worauf es ankommt, um einen 
Gegenstand in bester Weise zur Anschauung zu bringen. 
Denn Koch beschränkte sich nie auf ein genaues Copiren 
der Natur, nur auf das Wesentliche ging er ein. Zufällig- 
keiten dagegen, von nicht bezeichnender Art schienen für 
ihn nicht vorhanden. Desshalb tragen auch seine Zeich- 
nungen stets einen klar ausgesprochenen Charakter an sich, 
während sie zugleich vollkommen frei sind. Was man 
jetzt Meisterschaft des Vortrages nennt, das hat er nie 
erlernt, weil er nie danach strebte. Seine Arbeiten waren 
eben Erzeugnisse einer reinen und liebenswürdigen Kfmstler- 
nzltLlfn. 
Als Preller dreissig Jahre später selbst als ein Meister 
seiner Kunst nach Italien zurückkehrte, lebte die Erinne- 
rung an Koch, der seinem künstlerischen Streben die eigent- 
liche Richtung gegeben, wieder auf, und es gehört zu 
seinen schönsten Freuden in Rom, sich noch einmal mit 
ihm zu beschäftigen. Er lässt sich von Kochs Schwieger- 
sohn, dem Maler Wittiner, die Studien und Sltizzenbücher 
des alten Lehrers geben, paust datntus dieses und jenes, 
um ihn Linausgesetzt zu bewundern. Damals schrieb er 
in sein Tagebuch: nKoch war einer von den wenigen 
Menschen, von denen man sagen muss: Er war zum 
Künstler geboren. Ein reiner ltindlicher Sinn. zartestes 
Gefühl für alles Schöne, scharfer Verstand, Phantasie und
        

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