Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1468434
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STUDIENJAHRE 
Rom. 
begann er, ohne jede Anleitung zu zeichnen, und zwar 
auf jeden Fetzen Papier, der ihm in die Hände kam, 
Landschaften, Thiere, Gesichter nach der Natur. Als für 
kurze Zeit ein Feldmesser in den Gerichtsbezirk kam, wurde 
der Knabe dessen Handlanger und wvar glücklich jetzt 
über viel und grosse Stücke Papier verfügen, und seinem 
Zeichentriebe folgen zu können. Allein die Mutter, eine 
arme Bauersfrau, gab nichts auf solche Künste und ver- 
miethete den Knaben als Schäfer nach Krabach. So zog 
er mit seiner ungehorsamen Heerde auf die Alm, um den 
ganzen Sommer über oben zu verweilen. Da zeichnete er 
in Ermangelung andern Materials, auf Baumstiiinnie, auf 
Steine oder in den Sand. Als während dieser Zeit der 
Weihbischof und Generzilxtikar von Augsburg, Freiherr; 
von Umgelder, in geistlichen Geschäften eine Rundreise durch 
das Lechthal machte, fielen ihm ein paar Zeichnungen Kochs 
in die Hände, in welchen er ein solches Talent erkannte, 
dass er der Mutter Kochs eine Unterstützung zur Aus- 
bildung des Knaben anbot. Die Bäurin liess das auf sich 
beruhen, allein nach der Abreise des geistlichen Herrn kam 
sie doch zu dem Entschlüsse, den Sohn etwas lernen zu 
lassen. Als er im Herbst von seiner Alpe lJClTHkClHTC, 
erklärte sie ihm, dass er auf die Schule nach Dillingen 
solle. Vierzehnjiihrig wurde er von der Mutter dorthin 
gebracht, um nun mit Heisshunger das Zeichnen wieder 
zu beginnen. Der Vorsteher wurde ziufmerltsztm auf ihn, 
berichtete an den Weihbischof von Augsburg, und nun 
nahm dieser sich Kochs dennoch an, liess ihn zu sich 
kommen und aus seinen eignen Mitteln unterrichten, ver- 
schaffte ihm sogar die Aufnahme in die Karls-Akademie 
in Stuttgart. S0 wurde Koch ein jüngerer Kamerad Friedrich
        

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