Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1468138
AKADEMISCHE 
JAHRE 
ANTWERPI 
UND 
MAILAND. 
ich ihm den Letzteren zu besonderem Studium empfohlen, 
und zwar nicht ohne Grund. Denn es ist mit der Aus- 
bildung des Künstlers, wie mit der Ausbildung jedes andern 
Talents. Unsre Stärken bilden sich gewissermassen von 
selber, aber diejenigen Keime und Anlagen unsrer Natur, 
die nicht unsre tägliche Richtung und nicht so mächtig 
sind, wollen eine besondere Fliege, damit sie gleichfalls 
zu Starken werden.  Ich bin gewiss, dass Prellern einst 
das Ernste, Grossartige, vielleicht auch das Wilde, ganz 
vortrefflich gelingen wird. Ob er aber im Heiteren, An- 
muthigen und Lieblichen gleich glücklich sein werde, ist 
eine andre Frage, und desshalb habe ich ihm den Claude 
Lorrain ganz besonders ans Herz gelegt, damit er sich 
durch Studium dasjenige aneigne, was vielleicht nicht in 
der Richtung seines Naturells liegta. Goethe verbreitet 
sich Eckermann gegenüber noch ausführlicher über Land- 
schaftsmalerei, wobei er etwas umständlicher dasjenige 
wiederholt, was er beim Abschied ttuseinandergesetzt. 
nICh bin gewiss, so schliesst er, dass es bei Preller, als 
einem geborenen Talent, Wurzel schlagen und gedeihen 
werdea. Goethe hatte demnach seinen Schützling bereits 
richtiger erkannt, als dieser selbst von sich sagen konnte. 
Denn, wie ihm Antwerpen eine eigentliche Richtung noch 
nicht gegeben hatte, so setzte er auf Italien zwar seine 
Hoffnungen, ohne doch den Weg schon zu kennen, welchen 
sein Talent einschlagen sollte. 
Schwereren Herzens als von Goethe, den er als rüstigen 
Greis von achtundsiebzig Jahren verliess, tiahm er Abschied 
von dem an Jahren noch nicht so vorgerückten, damals 
aber sehr leidenden Grossherzoge, der ihn auch auf diese 
Reise gütig und mit Glückwünschen entliess. Sehr bange
        

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