Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467997
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DER 
Goßn 
UND 
KARL 
AuGusTs. 
dessen Studien aus der sächsischen Schweiz und aus Salz- 
burg von tlenkbtirster Strenge und Ausführlichkeit waren 
und auf mich den tiefsten Eindruck machten. Auch ich 
beHeissigte mich der grössten Strenge in der Zeichnung, 
sowohl mit dem Stift, als mit Farbe, und wenn auch die 
Blätter, die damals aus meinen Händen hervorgingen, und 
von denen fast nichts mehr fibrig ist, trocken zu nennen 
waren, so gelangte ich doch zu einer Kenntniss der Natur, 
von der ich durchs ganze Leben reiche Früchte gezogen 
habe. Sorgfältig war ich dabei bemüht, mich vor einer 
Nachahmung des Einen oder Andern der Dresdener Künstler 
zu hüten. Dagegen führte mich ein dunkles Gefühl un- 
widerstehlich, "neben Ruisdael, zu Claude Lorrain und 
Poussin hin. Obgleich die äussere Erscheinung in den 
Werken der beiden letzteren grossen Meister mir noch 
unverstiindlicli war, so hielt mich doch ein geheimer Zug 
in denselben so fest, dass ich ihnen nicht mehr entHiehen 
konnte. Namentlich fibte Claudes Polyphem eine un- 
beschreibliche Wirkung auf mich aus. Einige schüchterne 
Versuche verdankten der empfangenen Anregung ihre Ent- 
stehung. So sonderbar es klingen mag, wenn ich Ruisdael 
mit Claude und Poussin zusammen nenne, so fand ich 
doch eine gewisse Aehnlichlteit unter den drei grossen 
Meistern. Ein innerliches seelenvolles Leben, eine natur- 
wahre Aussenseite, die jedoch aller und jeder peinlichen 
Nachahmung fern ist, fing an mir verständlich zu werden. 
Mir. schien, die Landschaftsmalerei habe in diesen drei 
Nlenschen ihre höchste Höhe erreicht. So wuchsen sie 
mir ins Herz, und sie haben ihren Platz noch darinu. 
Von den jüngeren Genossen Prellers in jener Zeit 
sind Thiiter tindRietschel in erster Reihe zu nennen. vThater
        

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