Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471249
AM ZIELE. 
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kam es, dass er auch selten ein persönliches Y'er- 
zu einem der Neueren finden konnte. Wo er aber 
So 
hältniss 
eine im innersten selbstiixidige Kraft erkannte, die sogar 
den Muth hatte, dem allgemeinen Geschnmck zu trotzen, 
du erwachte seine Zuneigung und auch wohl Anerkennung. 
S0 schätzte er Ansehn Feuerbach sehr hoch. Die Gemälde- 
Sammlung des Grafen Sclmck in München war Prellern darum 
so lieb, weil der Besitzer darin die Werke seines Freundes 
Genelli, sowie die eigenartigen und grossartig gedachten 
Schöpfungen des geistvollen und so tinglückliclieit Feuer- 
lmcli zu vereinigen gewusst hatte. Denn zwei Künstler 
waren es, einer der Ältesten und einer der Jüngsten, die 
bei ihrem idealen Streben selten Beifall oder auch nur Ver- 
stiindniss gefunden, hiiußger die erbittertste Gegnerschaft 
erfahren und auf ihrer Kunsthöhe zu darben hatten, wäh- 
rend die Mittelmiissigkeit in dem Wohlwollen der Masse 
sich behaglich befand. Dass die Schacksche Galerie auch 
Manches zeigte, was er ablehnen musste, wollte Preller 
übersehen, da er den Xiorsatz, möglichst atllen Richtungen 
der Gegenwart Raum zu geben, gern anerkannte.  
S0 wäre noch mancher der Lebenden zu nennen, mit 
dem er sich auf guten Fuss zu setzen wusste. Auch war 
er zum Loben bereit, sogar wenn von gegnerischer Rich- 
tung her ihn etwas durch Eigenartigkeit Liberrasclite. Aber 
jeder Rückfall in das modern Übliche, jedes ßVort der Be- 
wilnderung für die realistische Ausartting erweckte seinen 
bittersten Zorn. Dann stand auch in dem Greise noch der 
Kämpfer für die ideale Kunst gewaltig in ihm auf, um wie 
ein Herakles Keulenschliige gegen das Verderbliche auszu- 
theilelw, deren Wucht nicht gering und deren Fühlbarkeit 
nicht zu verschmerzen war.
        

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