Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471239
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ZIELE 
und stark zunehmende Gedächtnissschwäche jetzt geltend, 
die ihn selbst erschreckte und zuweilen aus der Fassung 
brachte. Erinnerungen an kürzlich Vergangenes schwanden 
ihm oft ganz, während er von Begebenheiten alter Zeiten 
sprach, als wären sie nur eben geschehen. Auf die Berich- 
tigung Andrer sah er den Irrthum sofort ein und wurde 
grob gegen sich selbst, ohne doch vor einem ähnlichen 
gesichert zu sein. Sonst blieb er dabei geistig unbeein- 
trächtigt, und seine Einsicht in Künstlerisches, seine Be- 
schäftigung mit der Kunst nahm nicht ab. Sehr gern 
hörte er Musik, ging zuweilen in die Oper, suchte sich 
sogar mit dem Neusten dieser Gattung abzutinden, wobei 
dem  und Beethovens denn doch endlich 
die 
Geduld 
riss. 
In seiner Unterhaltung aber auf täglichen Spaziergängen 
und am abendlichen Theetisch zeigte er sich immer an- 
regend und den Gedanken getreu, die ihn in der Jugend 
und bei seinen höchsten Schöpfungen beseelt hatten. Die 
Erinnerung an Goethe blieb auch dem Greise das schönste 
geistige Besitzthum. Aus den Gesprächen über Goethe, 
Carstens, Koch und Andern aus der neuen deutschen Kunst- 
epoche entstand dann jener Aufsatz über nHetitige Kunsta. 
Er entwickelt nur, was auch sonst schon in seiner bio- 
graphischen Skizze, sowie in den italienischen Tagebüchern 
aufgezeichnet ist, noch einmal im Zusammenhange. Preller 
fühlt sich selbst in innerster Beziehung zu jener älteren Schule 
und ihrem Idealismus, er sieht zwischen sich und seinen 
Verbündeten, Cornelius, Genelli und wenigen Andern, eine 
unüberwindliche Kluft gegen die modernen Kunstrichtungeii, 
deren Vertreter sich der Mehrzahl nach vom nGeltlmarkte 
abhängig 
gemalcht 
haben.
        

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