Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471161
ZIELE. 
AM 
Richter aufzuweisen, obgleich die Herren da vielfach nach 
dem Einen oder Andern gestrebt haben. Ich erkenne 
beider Nationen Vorzüge, die Deutschen stehen mir aber 
ungleich höher und diese Überzeugung will ich mit mir 
begraben lassenu. 
In Briefen und sonstigen Aufzeichnungen ist doch nicht 
zu finden, dass er die Vorzüge der französischen Nation 
anerkenne, wohl aber Aussprüche des Gegentheils, die sich 
in ihrer Stärke nicht wiedergeben lassen. Preller war in 
seinen Abneigungen immer extrem und von unnahbatrer 
Starrheit, wie er unzugänglich blieb gegen Einwände, wo 
er liebte und verehrte. Starke Einseitigkeit ist von einem 
ausgesprochnen Charakter kaum zu trennen und auch in 
der Kunst selten zu überwinden, und Billigkeit da nicht zu 
erwarten, wo der Urtheilende in dem Gegensatzliclten das 
Verderbliche zu erkennen glaubt. Wenn Preller seinen 
Hass gegen Alles, was aus Frankreich herkommt, immer 
wieder betonte, so war dies nicht durch die Aufregung 
dieser Zeit hervorgerufen. Gegen die Engländer geht er 
eben so scharf, wrenn nicht noch leidenschaftlicher zu 
Gericht. Weil die Malerei nicht eben ihre stärkste Seite 
ist, und er sie in Italien als Reisende nicht von vortheil- 
hafter Seite kennen gelernt hat, soll die ganze englische 
Nation nun auch gar nichts von Belang hervorgebracht 
haben und aus lauter Strohköpfen bestehen. Und wenn man 
Alles zusammenrechnen wollte, was er gegen seine eignen 
Landsleute aufzubringen hat, dann möchte es um die deutsche 
Nation auch sehr übel stehen. Nur in Italien ist für ihn 
Alles gut und schön, die Kunst, das Land, das Leben, die 
Sprache, das Volk, bis zu seinen untersten Repräsentanten. 
Man soll eine solche Einseitigkeit von einem hervorragen-
        

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