Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471116
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AM 
ZIELE. 
nach Sorrent, nach Capri. Hier aber brach bei Preller die 
Natur des Landschaftsmalers durch, denn als er seinen 
Sohn zum Zeichnen gerüstet sah, konnte er nicht anders, 
als ihn begleiten und die Studien wieder mit ihm theilen. 
S0 sassen Vater und Sohn, wie einst bei den Vorberei- 
tungen des Alten zu seinem grossen Werke, jetzt, nach der 
Vollendung, bei den Vorarbeiten zur Arbeit des Jüngeren, 
einmüthig und beglückt wieder an der alten Stätte und 
gedachten dabei der geliebten Hingeschiedenen. Und wenn 
der Alte dann die Blicke über die blaue MeeresHiiche 
schweifen hess, zu fernen Inseln und verschwimmende11 
Höhenzügen, und vierzig Jahre zurückdzlchte, dann konnte 
er sagen wie Goethes Helena im Faust: 
nWer langer 
Dem scheint 
Jahre mannigfaltigen Glücks gedenkt, 
zuletzt die höchste Göttergunst ein Trauma 
An diesen 
von Schönheit überHiessenden Gestaden war 
ihm 
die 
Gestalt 
des 
Odysseus 
ZUGYSC 
für 
seine 
Kunst 
a u f- 
gegangen. Die Irrfahrten seines Helden hatten ihn durch 
alle Kämpfe seines eignen Lebens begleitet, und nun, nach 
fast einem Menschenleben, hatte er ihn in den Hafen ge- 
rettet und der Welt ein herrliches Werk geschenkt, in 
welchem antike Formenscltönlteit mit germanischem Geist 
vereinigt stehen. Er selbst auch war im ruhigen Hafen 
der Meisterschaft angelangt und konnte zurückblicken auf 
eine lange Prüfungszeit. Erinnerung mildert vergangene 
Kämpfe und Wunden, und wem für Verlornes viel wieder- 
gegeben ist, wem auch die Kraft geblieben, die Ideale der 
Jugend noch immer thiitig zu vertreten, der gehört zu den 
preisensxrverthen Sterblichen. Das mochte er selbst auch 
empfinden. Und gern halt man das Bild fest, wie er mit
        

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