Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471040
NEU! 
LEBEN. 
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die Spitzen aller Lehr- und Kunstanstalten fanden sich 
ein, auch war der Baumeister, Professor Zitek, aus Prag 
eingetroffen, und die Übergabe des Kunsthauses an den 
Grossherzog geschah in feierlicher und würdiger Weise. 
Wenn dasselbe auch weiter nichts aufzuweisen gehabt 
hatte, als die Carstensschen Zeichnungen, die sieben Raben 
von Schwind, und Prellers Odysseebilder, so wäre das 
auch wohl genügend gewesen, einem Hause die höchste 
künstlerische Weihe zu geben. Die genannten Werke der 
ersteren beiden Künstler waren Vielen bekannt, die Reihe 
der Odyssee-Gemälde aber leuchtete jetzt in Farben, Licht 
und Schönheitsglanz als ein Neues zum erstenmal den 
Beschauern entgegen, und erregte allgemeine, freudige Be- 
wunderung. Preller, sein Haus und seine Freunde durften 
die höchste Genugthtiting empfinden, und dass der Künstler 
an diesem Tage besonderer und wohlverdienter Ehren 
genoss, erschien Allen, die ihn schätzten nur selbstver- 
stündlich. Sein Landesherr ernannte ihn zum Komthur 
des Falkenordens, der König von Baiern verlieh ihm den 
Mzlximiliansorden, die Akademie der Künste in Berlin 
wählte ihn zu ihrem Mitgliede, die Stadt Weimar verlieh 
ihm das Ehrenbürgerrecht. Wenige Tage darauf ver- 
anstaltete ihm die Bürgerschaft von Weimar ein grosses 
Fest, und beleuchtete Abends seiniHaus in der Belvedere- 
Strasse. Preller liess solche Feste mehr über sich ergehen, 
als dass er sie genoss; sie befestigten aber sein künst- 
lerisches Ansehn, seine Stellung in Weimar für diejenigen, 
welche des Anblicks ausserer Erfolge bedürfen, um zu 
staunen und Hochachtung zu gewinnen. 
Für seine Wahl in die Akademie in Berlin hatte Preller 
einen kurzen Lebensabriss aufzusetzen, eine Arbeit, welcher 
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