Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467959
SCHÜTZLING 
DER 
GoETHEs 
UND 
KARL 
Aucus'rs_ 
in den ersten acht Tagen galt es nur sehen und immer 
wieder sehen, an die Arbeit war noch nicht zu denken. 
Zu den grossen Italienern konnte er noch kein Verhaltniss 
finden, die Niederländer zogen ihn mehr an. Und als er 
nun zu einiger Saimmlung gelangt war, entschloss er sich, 
dennoch um das Bild von Ruisdael (Schloss Bentheim) zu 
bitten. Man liess ihn denn sein Probestück machen, gab 
ihm aber einen Platz an der Sonnenseite, wo wegen des 
schlechten Lichtes sonst niemand sitzen wollte. Es musste 
denn auch unter so Lingünstigen Verhältnissen gewagt 
werden. Oft umkreiste ihn der Inspektor schweigend, 
er schien die Arbeit zu überwachen. Endlich, da die Unter- 
malung fertig stand, reichte Herr Demiani ihm die Hand, 
fand die Arbeit in der Ordnung, lobte seinen Fleiss und 
wies ihm einen besseren Platz an. Er blieb ihm ein theil- 
nehmender Berather und gewährte ihm in der Folge 
manche Bevorzugung. S0 sah er auch durch die Finger, 
dass sich Preller über die Mittagsstunden von dem Diener 
in der Galerie heimlich einschliessen liess, um nur ja keine 
Zeit zu verlieren. Mit einer Semmel und Kirschen aus 
der Tasche Wusste der unwe Kunstschüler sich zu be- 
i? . 
gnügen, vvä_h1'end er an der StaHelei sass, oder seine Augen 
unter allen Schätzen und Wundern der Kunst schwelgen 
liess. 
Bei seiner grossen Schüchternheit ging er der Bekannt- 
schaft mit Kameraden eher aus dem Wege, als dass er 
ihren Umgang gesucht hatte. Die er etwa kennen lernte, 
traten ihm erst im Jahre darauf naher. Dagegen wusste 
Dr. Carus durch sein Entgegenkommen den blöden jungen 
Mann aus sich heraus zu locken. Die Bekanntschaft mit 
Goethe 
naochte 
etwas Anheimelndcs 
für 
ihn 
haben. 
Carus
        

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