Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467934
IÜTZLING 
G01 
UND 
AUGUST 
und den Drang, etwats mehr zu sehen, als ihm in der 
Umgebung geboten werden konnte. Ob ihm das Be- 
deutendste, was Weimar damals umfasste, vorzugsweise in 
den fürstlichen Schlössern und in Goethes Sammlungen, 
schon zu Gesicht gekommen, steht dahin. Dagegen scheinen 
ihm die Carstensischen Zeichnungen bereits zugänglich ge- 
wesen zu sein. Diese wttren durch Fernows V ermittelung, 
der seit 1804 als Bibliothekar der Herzogin Amalie in 
Weimar lebte (er starb schon 1808) für den Staat angekauft 
worden. Gewiss ist, dass ihr erster Anblick hinreissend 
auf den Kunstjünger wirkte. Er erblickte hier zuerst Hgür- 
liche Darstellungen, Gruppirungen von der bedeutendsten 
Kraft und Grösse, wie ihm nichts Anderes mächtiger ent- 
gegentrat, dazu eine Darstellungsart und Linienführung, 
die im gewissen Sinne vorbildlich für ihn bleiben sollte. 
Sie reizten nur seine Sehnsucht nach weiteren Anschauungen, 
und seine Wünsche richteten sich auf Dresden mit seinen 
timfztngreicheti Kunstsammlungen. Das Wort Dresden 
schon versetzte ihn in eine fieberhafte Aufregung. Üm 
eine Reise dahin möglich zu machen, musste er seine 
kleinen Ersparnisse zusammenhalten, und wie schmal der 
Beutel auch bestellt sein mochte, er beschloss im Sommer 
1821 seinen Plan zu verwirklichen. Meyer stattete ihn mit 
guten Rathschliigen aus, Goethe mit einem Briefe an 
Dr. Carus, welchem er zwei weitere Empfehlungen an 
Hofrath Böttiger und an den weimarischen Consul Verloren 
tiachfolgen liess. S0 ging der Siebzehnjiihrige zum Ersten- 
mal in die Fremde. 
Preller rechnet von dieser Reise her einen neuen Ab- 
schnitt seines Lebens. Zunächst fühlte er sich, nach An- 
gabe seiner Briefe, in der grossen Stadt nwie ein Aus-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.