Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1470625
KAMPF 
um: VERLUST. 
CARTONS 
DIE 
DRITTEN 
ZUR 
ODYSSEE. 
272 
Rechte. Der älteste Sohn, der Seemann, hatte sich in 
Flensburg verlobt und brachte seinen Eltern die Braut zu 
Weihnachten mit. Es gab aber nicht wie sonst ein fröh- 
liches Fest, denn Preller wurde ernstlich krank. In diesen 
lagen schrieb seine Gattin einen rührenden Brief an die 
Freundin nach Berlin: vHeut ist meine Stimmung eigent- 
lich nicht zum Schreiben geschaffen, da mein guter Preller 
an einem heftigen Husten mit etwas Fieber und heftigem 
Kopfweh zu Bette liegt. ln diesem Augenblick schläft er, 
wie alle andern Bewohner des jiigerhauses, denen es gut 
geht.  Mein zukünftiges Schwiegertöchterchen beglückt 
mich sehr, nur hätte ich dem lieben Kinde, sowie Ernst, 
eine freudigere Zeit bei uns gewünscht. Sie wissen ja 
selbst am besten, wie getirückt die Stimmung bei uns ist, 
wenn der gute Meister sich tinwohl befindet. Auch ist die 
Sache mit dem Grossherzog noch nicht im reinen, und 
wir gehen mit schweren Sorgen dem neuen Jahr entgegen. 
Welcher Trost würde es mir sein, einmal alles mit Ihnen 
durchsprechen zu können, wie vieles liegt mir oft Zentner- 
schwer auf der Seele, was mir durch Mittheilung leichter 
zu tragen wäre! Ach, wie schwer vermisse ich in solcher 
Zeit meine gute, theure Mutter, wie viele Thriinen fliessen 
noch heimlich von meinen Wangen um diese so einzige 
Fraulu 
NVar um die jahreswende somit die Stinrmtlng eine 
recht niedergedrückte, so fand Preller, nachdem die Ueber- 
reizung sich in einer körperlichen Niederlage nusgetobt 
hatte, Trost, Genügen und neue Erhebung in seiner Ar- 
beit. Die Ausführung der grossen Cartons schritt jetzt 
mit rüstiger Kraft vorwärts. Er zeichnete sie nicht nach 
der Folge der Begebenheiten in der Odyssee, sondern, wie
        

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