Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467918
DER 
GoET 
Scnürzuxc 
UND 
KARL 
Aucusi 
eigne Schöpfung, die Zeichenschule, immer im Auge hatte, 
mochte bei der Preisvertheilung öfter von Meyer den Namen 
des jungen Preller gehört haben. nEines Tages (so erzählt 
Preller), ich war ungefähr fünfzehn Jahre alt, liess Goethe 
mich zu sich rufen. Noch erinnere ich mich des Augen- 
blicks, da ich dieNachricht erhielt, und der Lingeheuren 
Aufregung, mit der ich der Aufforderung nachkam. Ich 
fühlte, als ich die Treppe hinauf stieg, mein Herz schlagen, 
meinen Athem stocken. Als ich in seine Studierstube 
eintrat, stand er hochaufgerichtet vor mir, seine herrlichen 
Augen schienen Funken zu sprühen, ich" fühlte, dztss mir 
die Gedanken vergingen. Seine Stimme, seine väterliche 
Anrede, brachte mich ins Geleise zurück. Er lobte mit 
wenigen freundlichen Worten meinen Fleiss, und ermuthigte 
mich, stets nach der Natur zu zeichnen. vlch habe eine 
kleine Arbeit für Sie, "sagte er, bei der Sie selbst etwas 
lernen, was Ihnen bleiben vvirci. Nehmen Sie das kleine 
Schriftchen, lesen Sie das, und dann beobachten Sie die 
verschiedenen Wolkenbiltltingen, und bringen mir davon 
deutliche Zeichnungenu. Die Broschüre war, wenn ich 
mich recht erinnere, eine Uebersetzung des Engländers 
Howard, und handelte im Allgemeinen von der Bildung 
verschiedener WOlkGUSClIiClIICH. Goethe hatte wohl im 
Sinn, die Sache ausführlicher zu behzlncieln, und dafür 
Wollte er in den Zeichnungen gewisse Anhaltspunkte haben. 
Ich habe damals eine Menge kleiner Zeichnungen an ihn 
abgeliefert, übrigens für mich selbst davon den grössten 
Nutzen gezogene. Goethes meteorologische Studien sind 
bekannt. Für Preller aber wurde diese Anknüpfung mit 
Goethe von der grössten Bedeutung. Er wird in jener 
Zeit öfter bei Goethe gewesen sein. Wenn Preller bei dem
        

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