Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1470534
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ITALIENISCHE 
TAGEBÜCHER. 
NEAPEL, 
SoRRENT, 
CAPRI. 
übersteigt, und, denken wir an LlUSCl' elendes Material, 
das Einen zur Verzweiflung bringen könnte! Ferner kamen 
wir an die Grotta del aqua, den Arco naturale, la Grotta 
del matrinionio, und endlich unter die Felsen, auf denen 
das Schloss des Tiber gebaut war. Erst hier sieht man 
die tingehetire Höhe des emporschiessenden Felsennestes, 
in welchem sich der grösste Tyrann zu schützen glaubte. 
Der gewaltigen Felsenklüftting ebenbürtig war der Anblick 
und die uns begleitende Melodie der Brandung, die schwer- 
lich irgendwo malerischer und für das Gehör bcfremdlicher 
sein kann. Bald ein brüllendes, nie vernommenes Gurgeln 
in den Grotten, bald das Tosen an den l-"elsen, dazwischen 
der ziehende, schrillende Ton der Möven, Alles war ge- 
eignet, die homerische Stimmung, in die mich überhaupt 
die Insel versetzt, atttls höchste zu steigern a. 
nln solcher Natur verschwindet der Mensch fast, die 
wenigen, welche meiner Frau in einiger Entfernung immer 
als Kinder erschienen, waren neapolitttnisclte Korallen- 
iischer. Endlich bogen wir um die letzte Ecke und hatten 
die grosse Marine vor uns. Hier gab es Wieder lebendiges 
Fischerleben und Treiben. Von hier aus traten wir die 
Wlantlerung nach der Stadt an, die wenigstens eine halbe 
Stunde zu steigen fordert u. 
(I7. Juli.) nDie letzten Tage befand ich mich nicht 
besonders. Wir rüsten uns schon zur Abreise. Vorgestern 
hat Olinda uns verlassen. Da sie die längere Fahrt nach 
Neapel fürchtete, ist sie über Sorrento, (lastellamare und 
Portici gegangen. In uns Dreien aber steckt doch ein 
bischen Seemannsnatur, und damit wollen wir die direkte 
Reise wagen. Capri zu verlassen wird uns sehr schwer. 
Die Natur ist hier ganz für den Künstler geschaffen, reich
        

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