Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1470415
258 
ITALI 
ENISCHE TAGEBÜCHER. 
SoRREs." 
NEAPEL, 
CAPRI. 
zurückgelegt hatten, uns doch viel Neues und Ueberraschen- 
des bota. 
(Sorrent I4. Juni.) nl-leut ist grosses liest der sette 
altare. Die Vorbereitungen solcher Feste sind in hohem 
Grade charakteristisch und nur den Italienern eigenthüm- 
lich. Schon seit mehreren Tiagen werden Altäre und 
geschmückte Bogen gebaut, durch welche das Allerheiligste- 
getragen und die Benediction ertheilt wird. Vor unserem 
Gasthof steht bereits, bis auf kleine Ausschmücltungen, 
der grösste Altar fertig. Es hat uns alle wirklich unter- 
halten, diesen Bau, der mehr als zwei Stockwerke hoch 
ist, vom ersten Beginnen bis zur Xibllendung verfolgen 
zu können. Stangen und Knüttel von allen Längen, Stricke 
und Faden aller Art, bunte Fetzen von Futterkattun und 
Goldpapier u. s. w. das ist das Material, aus welchem 
der für's Volk prachtvolle Bau aufgeführt wird. Da wir 
der ganzen Construction im Rücken stehen, sehen wir die 
Lumperei in ihrer ganzen Ausdehnung und Vollkommen- 
heit. Beim leisesten Luftzug bewegt sich die Maschine, 
und sollte es einen wirklichen Windstoss geben, so bin 
ich sicher, der ganze Kram flöge in die See. Dass an 
dieser Erscheinung nichts ist, was "man geschmackvoll 
nennen könnte, braucht keiner Versicherung, aber bewun- 
derungswürdig ist die Geschicklichkeit und Sicherheit, mit 
der zwei bis vier Leute Fetzen aller Art verwenden, um 
Pilastet, Kronen, Sterne, Baldachine herzustellen und damit 
ein zusammenhängendes Ganze aufzubauen. Ich habe mich 
selbst Elberzeugt, dass an dem ganzen Werke weder eine 
Klammer noch ein Nagel verwendet wurde, Alles ist zu- 
snnnnengebttnden und geHickt. Hulshrechenti sieht es aus, 
wenn die Leute in solcher Höhe auf den Knütteln und
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.