Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1470353
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ITALIENISCHE 
TÄGEBUCHER. 
NEAPEL 
Somu 
CAPRI 
vor unsern Augen stünden. So wird es besonders dem 
Laien fast unmöglich, sich ein zusammenhiingentles Bild 
zu schaffen, denn Neapel hat hier nichts zurückgelassen 
als die kahlen Wiintle. Der eingetretene Sirocco erschwerte 
uns die Wanderung durch die vielerlei Strassen, über die 
verschiedenen Plätze, dermassen, dass wir doch einige 
Sehnsucht nach Ruhe verspürten. Olindzi hat hier Grosses 
vollbracht, denn sie war es, die eigentlich nie genug sehen 
konnte, und der  vielleicht am schwersten wurde, Pom- 
peji wieder zu verlassen a. 
(9. Juni.) nAls wir heut Morgen vom Cap abgeholt 
wurden, berichteten die marinari, dass wenn wir eilten, es 
möglich sei, einem Fischzuge beizuwohnen, der auf tinsrem 
Wege lag. Wir setzen alle Kräfte und Ruder in Bewegung, 
um zur Zeit an rechter Stelle anzulangen. Die Barke {log 
pfeilschnell über die blaue Fluth, wir erreichten den Ort, 
sprangen auf ein grösseres Fahrzeug, und so konnten wir 
das sehr interessante Schauspiel bequem übersehen. Das 
uns gegenüberliegende Boot hatte etwa zwanzig marinari 
an Bord, die im allerschnellsten Tempo das grosse starke 
Netz aufzuziehen, sich mit allen Kräften bemühten. Die 
Aufregung und das Geschrei sinnmtlichei" Leute hatte 
wirklich etwas Thierisches, etwas der Art hatte ich nie 
gesehen. Gelang der Fang, so trug er einen schönen 
Thalei" ein, doch ist er nicht ohne Gefahr, und nicht selten 
überspringen die Seeungeheuer in ihrer Wuth und Angst 
die Netze, und tagelange Mühe und Arbeit ist vergebens. 
Die Netze mochten etwa noch dreissig Fuss Wasser haben, 
und bei der ausserorcientlichen Klarheit der See entdeckten 
wir bald zwei mächtige Sclwvertlische, welche in Pfeil- 
slcluuelligkeit den nicht grosscn Raum bald hin, bald zurück,
        

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