Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1470349
ITALIENISC! 
TAGEBÜCHER. 
NEAPEL, 
CAPRI. 
SORRENI", 
251 
nach Pompeji zu fahren. Die bedeckte Luft kam uns zu 
Statten, da bei reiner Sonne der Spaziergang durch die 
Stadt eine grosse Strapaze ist. Pompeji ist in allen Reise- 
büchern so olit beschrieben, dass es tinnütz wäre, mich 
damit abzugeben. Seit ich es dats erstemal gesehen ist 
gar mancherlei Neues zu Tatge gekommen. Zumeist hat 
mich die Casa del Fauno interessirt, augenscheinlich ehe- 
dem ein vornehmes Hains. Der hier gefundene tanzende 
Faun gehört zu den sehr wenigen Kunstwerken von Be- 
deutung. Die Bronce ist vollkommen erhalten. Bei einiger 
Aufmerksamseit sieht man deutlich, dass die Zeit von 
Pompeji, wie wir es jetzt linden, in eine schon vorüber 
gegangene Kunstperiode gehört. Die Ausführung der Wand- 
malerei ist, bis auf einige zäusnahmen, roh, doch sieht 
man vielfach, dass gute Muster zur Richtschnur gedient 
haben. Wir thun in Pompeji, und nur hier, einen Blick 
in das eigentliche bürgerliche Leben, in die HilllSllCllliült 
des Alterthtnns. Ohne die Aullindung dieser Stadt wäre es 
wahrscheinlich ganz verschlossen geblieben. Von grossem 
Interresse war mir das Amphitheater, die tragische und 
komische Bühne, sowie die Bäder, welche Bauten alle so 
weit erhalten sind, dass wir uns einen deutlichen Begrili 
davon machen können. Während der Besichtigung dieser 
merkwürdigen Reste kam mir wiederholt der Wunsch, 
doch ein oder das andere Haus vollständig zu restzltiriren. 
Dadurch würden wir leicht mit mehr Klarheit auch in 
das Ganze schauen. jetzt sieht man nur die tmbedecltten 
Räume, oft durch das Wegtragen der Dekoration be- 
schädigte Wände. Wie ganz anders würden wir erfreut 
sein, wenn Dachung, Verbindung der Räume, die Zimmer 
mit ihrem Schmuck, Küche und Keller mit ihren Gefässen
        

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