Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1470330
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ITALIENISCHE 
TAGEBÜCHI 
NEAPEL, 
Somuanu", 
CAPRI. 
(Sorrento, 6. Juni.) nDns NVetter ist haltbar geworden, 
stets klar, und des Morgens von erquicltentister Frische. 
Fast regelmiissig fahr ich mit Friedrich nach dem Cttp, 
weil ich daselbst einige Studien male. Je schöner der 
111g, desto mehr verzweifelt man, dieser nie zu erreichen- 
den Farbe auch nur einigermnssen nahe zu kommen. Im 
Norden lernen wir die Schwierigkeiten nicht kennen, da 
eine Steigerung der Farben in dieser Weise nicht vor- 
kommt. Das Unnachaliiiiliclie im Süden ist die Kraft und 
Tiefe der Farbe, bei dem Glanze und dem blendenden 
Lichte der Atmosphäre. Strebt man nach der Kraft der 
Töne, so fehlt aber das Licht darin, und bringt man das 
ihnen gehörige Licht hinein, so fehlt die Kraft und Scharfe. 
(Jenug, man fühlt nirgend deutlicher, dass mit der blossen 
Nachahmung der Natur noch immer wenig in der Kunst 
erreicht wird. NViire diese die Kunst selbst, man müsste 
hier in die See springen, um der Verzweiflung zu ent- 
gehena.  
nlm Vergleich mit Neapel linde ich die Erscheinung 
der Frauen sehr aufllillentl. Sie sind gut gebaut, graziös 
in Gang und Bewegung, sowie fein und edel in der 
Gesichtsbildung. Unter den marinari trilit man sehr schöne 
Menschen, doch nur bis zu einem gewissen Alter. Über 
die fünfziger Jahre sind sie meist hässlich, was man in 
Rom niemals sieht. Das Betteln gehört hier zum Leben, 
man wird dilgegen bald abgestumpft (r. 
(7. Juni.) vSoeben kommen wir von Pompeji zurück. 
Es ist der Tag des Corpus Domini, und um dem Spektakel 
auszuweichen, beschlossen wir einen grösseren Ausflug zu 
machen. NVir hatten eigentlich Czipo di Minervzi im Sinn, 
da aber die Luft nicht ganz klar wurde, zogen wir vor,
        

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