Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1470071
zli 
ITALIENISCHE TAGEBÜCHER. 
FLORENZ, 
OLEXXANO, 
Rom. 
Gern 
wendete 
sich 
Preller 
den 
Denkmälern 
dieser 
Epoche zu, soweit dieselben in Rom zu finden waren. 
vWir waren in dem Hause Zuccheri, gewöhnlich Casa 
Bartholdy genannt, weil der Sigr. Bartholdy den deutschen 
Künstlern die dort vorhandenen Fresken auftrug. Ich sah 
die ersten Versuche deutscher Fresko-Malerei nach so 
langer Zeit also wieder! Cornelius, Overbeck, Veit und 
Schadow haben das kleine Zimmer zu einem Kunsttempel 
umgeschaifen. Hätten erstere drei auch nichts mehr ge- 
schaffen, sie würden mit diesen Arbeiten unsterblich sein. 
Cornelius malte die Traumdeutting Josephs und das Wieder- 
sehen seiner Brüder, welches letztere von unbeschreiblicher 
Schönheit ist. Der Ausdruck Josephs, der seinen jüngsten 
Bruder in die Arme schliesst, ist tief innig und wahrhaft 
ergreifend, er schluchzt in seiner Freude und ist im Begriff 
ihn zu küssen. Einer der schuldbeladenen älteren Brüder 
ist auf die Knie gesunken und drückt krampfhaft Josephs 
eine Hand an die Lippen, indem er nicht aufzusehen wagt. 
Alle andern in wahrster Empfindung, in allen Graden der 
Überraschung, von Furcht beherrscht.  Overbeck hat 
die sieben magern Jahre und den Verkauf Josephs gemalt. 
Ersteres ist von einer so ernsten Energie und Grossartig- 
keit, dass man es dem Cornelius zuschreiben könnte. Ich 
halte es als eins seiner bedeutendsten und schönsten Werke, 
obwohl er selbst das schwerlich zugeben wird. Josephs 
Verkauf ist ebenfalls ein sehr bedeutendes Werk in jeder 
Weise, die Köpfe von grosser Schönheit und wahrstem 
Ausdruck. Zeichnung und Färbung sind von ausserordent- 
lichem Verdienst. Alle Figuren setzen sich vom leichten 
Hintergrunde im Halbdunkel ab, und geben dem Bilde 
einen grossen malerischen Reiz. Veits fette Jahre sind
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.