Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1469982
ITALIENISCH] 
TAGEBÜCHER. 
FLORENZ, 
Rom. 
OLEVANO, 
215 
und liebenswürdig zum Entzücken und dabei geweckt und 
gescheit. Er ist aus den neapolitanischen Bergen, trägt 
sein schönes Kostüm, aber könnte auch jeden Augenblick 
einen Prinzen vorstellen, denn Alles an ihm trägt den 
Stempel seltener Noblessea. In gleichem Sinne und zu- 
gleich ein kleines Kunstwerk von Erzählung ist die folgende 
Tagebuchstelle. v Diesen Morgen kam der Landschaftsmaler 
Hofmann zu uns mit der Anfrage, ob wir nicht Lust hätten, 
den schönen Morgen zu verbummeln. Nichts konnte uns 
gelegener kommen, denn diese Tage (im December) sind 
ganz geschaffen, die höchsten Genüsse auf IÖDIlSClICH 
Spaziergängen zu vereinigen. Marie und Olinda machten 
sich fertig, da sie in St. Pietro in Vincoli den Moses be- 
suchen wollten. Unser Weg ging auch dahin, da mich 
Hofmatin in dem gegenüber liegenden Kloster einführen 
wollte (St. Antonio Abbate), weil im Garten desselben 
schöne Baume und der Platz zum Studiren ganztgeeignet 
ist. Nachdem wir an der Pforte gelautet, und auf die 
Frage nach dem Prior, wurden wir eingelassen. Der Prior 
trat uns entgegen und führte uns in seine Klausc, wo eine 
kleine Bibliothek und einige Bequemlichkeiten sich vor- 
fanden. Da der Gang düster war, konnten wir weniges 
unterscheiden, jetzt in die helle Klause eingetreten, wie 
erstaunten wir, einen Mann vor uns zu sehen, dessen hohe 
Schönheit uns auf Augenblicke alle Sprache nahm. Pater 
Ambrogio ist ein Mann von etwa vierunddreissig Jahren, 
schlank, hoch und elastisch von Gestalt. Sein schöner 
Kopf sitzt in den Schultern, wie nur bei den Orientalen 
sichtbar ist. Seine Heimath ist der Libanon, er stammt 
aus einer vornehmen Familie, ist seit neun Jahren in Rom, 
spricht italienisch, syrisch, arabisch, chaldaiscl] und lernt
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.