Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1469968
ITALIENISC 
TAGEBÜCHER. 
FLORENZ, 
OLEYANO, 
RoM. 
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wirkte. Wtsari sagt von ihm, dass, wo er War, Feind- 
seligkeit und Neid ein Ende hatte, die unter seinen Schü- 
lern, wie bei Andern, nicht fehlten. Noch heut wirkt er 
segnend und beglückend und wird es thun, so lange noch 
ein Rest seiner Kunst sichtbar bleibt. Wenigen Menschen 
war es vergönnt, wie ihm, ihre Aufgabe im Leben so voll- 
kommen zu lösena. 
Dieses 
Verweilen 
und 
immer 
wieder 
Zurückkonnnen 
auf Rafael, diese Begeisterung für ihn, dieses Obenanstellen 
seines Lieblings, ist für Preller charakteristisch, daher aus 
seinem Tagebuche möglichst viel darüber zusammengefasst 
werden musste. Zumal er es in so ansprechender und naiv 
liebenswürdiger Weise gibt, der auch die kleinen logischen 
und stilistischen Unebenheiten nichts anhaben. Nicht eine 
abgerundete Darstellung der Kunst Rafarels Will er geben, 
er gibt nur die Eindrücke, die er von Tag zu Tage von 
ihm empfangen. Und nur scheinbar treten in seiner Be- 
urtheilung die übrigen grossen Künstler gegen Rafael zu- 
rück. Er studirt sie alle, lässt jedem sein Recht wider- 
fahren und steht in staunender Verehrung vor Michel- 
angelos Werken. Wiederholt sucht er die Werke seiner 
grossen Vorgänger in der Landschaftsmalerei auf, spricht 
mit warmer Freude über Claude Lorrain und Poussin und 
besonders über Tizians Landschaft in der Galerie Farnese; 
aber es geschieht minder wortreicll und ausdrucksvoll. 
Denn seine Liebe besass läafzlel vor Allen. Er liebte an 
Rafael das, was ihn selbst ganz erfüllte, die unbedingte 
Schönheit, die vollendete Form, in der sich zugleich ein 
so reiches Seelenleben ausspricht; er liebte an ihm das 
Plastische, das so ganz durchdrungen ist von warmer 
Menschennatur. Preller konnte in Entzücken gerathen beim
        

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