Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1469957
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ITALIENISCHE TAGEBÜCHER. 
Rom. 
OLEVANO, 
FLORENZ, 
nung steht nicht mehr in diesem Gleichgewicht, obgleich 
sie theilweis grossartiger ist; Farbe und Wirkung dagegen 
von höchster Schönheit, sowie überhaupt hervorragende 
Stellen darin sind. An diese Arbeiten schliesst sich der 
Burgbrand. Hier ist Alles gross in Form und Behandlung, 
der Ausdruck lebendig und ergreifend a. 
nSO sieht man in den Stanzen ein grosse Periode von 
Rafaels Leben, die von Florenz ausgehend, sich zur fast 
höchsten Höhe steigert. Nur mit den Tapeten hat er 
noch einen Schritt gethan, und nach meiner Ueberzetigung 
seinen Gipfelpunkt damit erstiegen. Ob es möglich war, 
noch höher zu steigen, würden wir nur glauben, wenn uns 
noch Höheres Vorlage. Ist alles Gleichzeitige, z. B. in den 
StalTeleibildern, nicht von gleicher Bedeutung, so matg die 
Ursache davon in der Ueberhäufung seiner Aufträge und 
der damit in Verbindung stehenden Zersplitterung seines 
Genies liegen. Bei seiner beispiellosen Thätigkeit konnte 
eine Ueberreizung seiner Seelenkräfte nicht ausbleiben und 
so musste einer der xrollkommensten Menschen erliegen. 
Verfolgt man den Gang seines Lebens, seiner Entwicklung 
und "fhiitigkeit, mit den unzähligen hohen Werken seines 
Geistes in Italien, so muss man sich sagen, dass er unter 
die beglücktesten und beglückendsten Erscheinungen ge- 
hört, soweit die Geschichte reicht. Dem ganz übereinstim- 
mend ist seine Erscheinung. Es ist wohl nicht möglich, eine 
menschliche Bildung in der Jugend anmuthiger und geist- 
reicher, im männlichen Alter schöner zu denken. Voll- 
endung der Form, geistige Tiefe und Klarheit, scheinen uns 
in seiner Person ein und dasselbe zu sein, in der Voll- 
endung seiner Kunst wiederholt sich das. Damit wird es 
uns begreiflich, dass sein Erscheinen überall wie ein Zauber
        

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