Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1469941
ITALIENISCHE 
TAGEBÜCHER. 
FLORENZ, 
RoM. 
EVANO, 
2II 
besonders in der rechten Seite, die er wahrscheinlich zuletzt 
malte. Dies sichtbare Aufwiirtsstreben beschäftigt uns, ohne 
dass wir uns eigentlich darüber eine Frage vorlegen. Mit 
welcher Raschheit Rafael sich aufgeschwungen, beweist er 
schon im ersten Bilde, wo das letzte Theil das erste schon 
weit überragt. Dies Bild ist wirklich am besten erhalten, 
und theilweis tritt uns die herrlichste Vollendung klar und 
ungetrübt entgegen. Das vollendetste Werk der drei Zim- 
mer ist für mich die Schule von Athen, was leider mehr 
gelitten llllt, als die Uebrigen. Die grosse Schwierigkeit 
des Vorwurfs konnte nur ein Rafael überwinden. Darüber 
haben viele tüchtige Leute berichtet, und ich berühre mir 
zur Erinnerung nur Folgendes: Rafael ist hier im schönsten 
Gleichgewicht aller Theile. Die Charaktere der einzelnen 
Figuren sind sämmtlich bedeutend, scharf und tief im Aus- 
druck dessen, was sie sollen. Die Zeichnung ist grossartig, 
tadellos schön und breit in allen Theilen. Die Drapirting 
edel in den Motiven, lebendig in der Bewegung und ein- 
iich in den Maassen. Die Farbe des Ganzen und Einzelnen 
ist schön, leuchtend und harmonisch, sowie in der Ver- 
theilung höchst meisterhaft. Das Ganze erscheint ursprüng- 
lich, sicher und frei. Alle Hindernisse sindüberwunden, 
das erhebendste und erfrischendste Kunstwerk steht vor 
uns. Geht man in die Einzelheiten ein, so ist jede Figur 
ein Studium nach jeder Seite hin, und dieser Genius über- 
ragt Alles, was wir im Gebiet der Künste vor Augen haben. 
Niichstdem möchte ich die Messe von Bolsena nennen. 
Sie stimmt am meisten mit der Schule von Athen überein. 
Unter den Hauptbildern kommt dann wohl der Attila. Im 
Heliodor ist der malerische und dramatische Theil vor- 
herrschend, Strenge und theilweis Schönheit der Zeich- 
14':
        

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