Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1469749
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ZNISCH! 
T A er; 
SÜCHER. 
FLoRExz, 
EYANO, 
Rom 
191 
richtet hat, ging ich ohne besondere Erwartung. Ich hatte 
mich betrogen. Nach meiner innersten Ueberzeugung ist 
das Bild ausser allem Zweifel von Rafael und zwar von 
hoher Bedeutung. Das Bild muss sehr bald nach Rafaels 
Ankunft in Florenz entstanden sein. Die Anordnung des 
Abendmahls ist so einfach und schlicht, dass es nicht 
einfacher gedacht werden kann. Die Wirkung in Farbe 
ist ziemlich tief aber lebendig, so dass es überall sichtbar 
und klar ist. Die einzelnen Figuren entschiedene Charak- 
tere, sind ausnehmend schön gezeichnet und modelirt. Die 
Draperie meist geschmackvoll, hie und da noch etwas ver- 
zagt und dürftig. Die Schule des Perugino wohl noch 
deutlich sichtbar, aber Rafaels sich schon entwickelnde 
Selbständigkeit tiberwiegend. Das ganze Werk trägt die 
unbewusste geistige Tiefe und reinste Liebenswürdigkeit 
dieses einzigen Menschen. Was Rafael vxierden musste, ist 
hier deutlich sichtbar. Die Köpfe und Hände sind von 
bewunderungswürdigem Ausdruck und grosser Schönheit. 
Mir war der jtinge Künstler an der Arbeit dieses schönen 
Werkes lebendig vor die Seele getreten, ich dachte ihn 
mir, nur die Gedanken bei der Sache, einsam hier ge- 
sessen und gearbeitet. Wer den Rafael kennen lernen will, 
muss Florenz durchaus vor Rom sehen. Hier gewinnt 
man ihn als jungen Menschen, mit den seltensten Gaben 
ausgerüstet, lieb wie nirgend mehre. 
In der Galerie Pitti hielt sich Prellcr wieder am längsten 
in der Nahe seines Rafael auf. nZuerst die Madonna della 
Seggiola. Das Bild war mir gut in der Erinnerung ge- 
blieben und ich war unbeschreiblich glücklich, das Juwel 
wieder zu sehen. Noch hat ltein Stich diesen einzigen 
Kopf der Maria wiedergegeben. Um diesem Ausdruck sich
        

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