Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467806
EINLEITUNG. 
XIII 
hiindigen Aufzeichnungen des Künstlers im Ganzen ab- 
drucken zu lassen, da sie, in einfach liebenswürdiger Weise 
geschrieben, des biographisch Wichtigen, wie des Unter- 
 haltenden genug bieten. Aber sie sind doch nicht für die 
Veröffentlichung aufgesetzt, und bringen Vieles, was zwar 
für ihn und die Familie von Belang war, nicht so bedeutend 
jedoch für ein allgemeineres Interesse sein kann. Noch 
mehr ist dies bei den Tagebüchern aus Italien der Fall, 
welche in Form von Briefen gehalten, über jedes Tagewerk 
mit seinen Zufälligkeiten Auskunft geben, viel Allbekanntes 
bringen und, wie es in der Natur der Sache liegt, vor 
Wiederholungen sich nicht scheuen. Ein grösserer Dienst, 
als durch eine Wiedergabe im Ganzen, wird dem Künstler 
durch eine zum Theil durchgreifende Redaction geleistet, 
in welcher Auseinanderliegendes zusammengefasst, das 
Charakteristische festgehalten, der für einen engeren Kreis 
berechnete Ueberschuss von Mittheilungen bei Seite ge- 
lassen wird. Ihn über die bedeutenderen Vorgänge seines 
iiusseren und inneren Lebens selbst reden zu hören, wird 
dafür zu um so grösserem Vortheil und Genuss gereichen. 
Leider fehlt es über die letzte Zeit, die eigentlichen Meister- 
jahre seines Lebens, an gleich ausgiebigen Notizen, und auch 
die Briefe geben kein recht ausreichendes Material, Viel- 
leicht ist dieser Mangel aber grade hier zu verschmerzen. Die 
Meisterwerke sind im rüstig fortschreitenden Werden, alle 
Kraft auf ein einziges Ziel gerichtet, die Vollendung ist 
da, das Ziel erreicht, das Leben hat einen endgültigen und 
dauernden Zuschnitt erhalten; Verluste können tief ein- 
greifen, es kann sich im Dasein noch manches umgestalten, 
eine künstlerische Wandlung ist auf der einmal erreichten 
Höhe nicht mehr zu beobachten.
        

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