Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1469509
ZUR 
'ONS 
ZXV 
EITEN 
ODYSSEE. 
1 
Ein Ernst- und Schxvernehmen der Dinge des Lebens lag 
nun einmal in seinem Wesen; von sogenanntem künst- 
lerischem Leichtsinn findet man auch in seiner Jugend 
keine eigentliche Spur. Er ist in seinem Streben immer 
nur dem Grossen und Bedeutenden zugewandt, verfährt 
mit Strenge gegen sich, und verlangt das Gleiche von den 
Mitstrebenden. Er steht mit dem was er leistet und durch 
sich selbst darstellt, auf einer von ihm selbst gewählten 
Höhe, auf der der idealen Kunst, die nicht jedem zugäng- 
lich oder verständlich ist, da sie mit stolzer Entsagung 
nichts bringt, was Tagesneigting, Mode oder Gewohnheit 
verlangen. Da er über dem engeren Kreise steht, in den 
er gebannt ist, so steht er auch schon ausserhalb desselben. 
Er kann viel geben, aber kaum etwas empfangen, während 
das menschliche Bedürfniss die Entbehrung doch hart er- 
trägt. Die Theilnahme einiger Getreuen ist wohl schön 
und gibt in mancher Stunde Zuversicht und Genügen,- 
aber ein umfassendes Streben verzichtet nicht ohne Groll 
auf eine auch umfassendere Theilntihme. Das ist das ge- 
wöhnliche Schicksal derer, die Grosses wollen und leisten, 
und selbst Goethe, wiewohl in so viel günstigerer Lage, 
und mitten in dem Zudrang um ihn her, hatte davon zu 
sagen. Künstlerische und menschliche Grösse macht ein-. 
sain nach aussen hin. 
Für Preller kamen die körperlichen Leiden dazu, ihn 
im Rückhalt mit seiner Person zu halten. Er war von 
zXnsehn ein kräftig gebauter, stattlicher "Mann, und trug 
Sorge dafür, dass man ihn nicht auf den Kranken hin an- 
Sprach. Freilich aber liessen ihm die Zustände, welche ihn 
alljährlich nach Karlsbad trieben, noch mehr aber der 
Dämon seiner Migräne, selten eine längere Zeit Ruhe, und
        

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