Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1469392
DIE 
CARTOXS 
ZUR 
ZYVETF. 
Omss! 
für unfehlbar halte, das wissen Sie vielleicht hcsscl" als ich selbst. 
Dass mir der Aufsatz von Lübke viel verständlicher, liegt 
einzig darin, dass er ein mehr künstlerisch richtiges Gefühl 
hat als jener. Das Urtheil und die Ansicht über meine 
Fähigkeit ist so brillant, dass ich in Wahrheit zweiHe, 0b 
ich sie zur Hälfte nur verdiene. Die durchaus richtige 
Eiinplintlung, mit der Lübke die Sachen betrachtet, und 
wie sie ihn crwiiianen, hat niich ini höchsten Grade über- 
rascht. Eine sehr seltne Erscheinung ist es bei Kritikern, 
dass ihnen das Geheiinniss der Schönheit, was im vollen- 
detcn 
Ebenmuss 
d er 
Thcilc 
und 
Linien 
ZU 
suchen, 
SO 
lebendig und klar vorliegt. Leider ist das auch nur sehr 
wenigen Künstlern klar geworden, und leicht könnte ich 
Namen anführen, mit denen ich mich beim sogenannten 
Publikum schwer versüntligen würde. Trerfend und wahr 
ist Alles, was er beim Vergleichen der früheren und späte- 
ren Odysseebilder sagt, wenn ich überhaupt eine Stimme 
darin habe, was ich indess glaube, da ich die früheren 
wirklich als die Arbeit eines Andern jetzt ansehe, wie es 
mir immer geht mit Dingen von mir, über welche eine 
lange Zeit hinweggegangen. Das grosse Lob, was mir 
Lübke zukommen lässt, wird mir Muth geben, auf diesem 
Wege ruhig weiter zu gehen. Fürchten Sie, liebe Freundin, 
nicht, dass ich Erbermüthig werde! Sie wissen, dass mir 
die Kunst zu heilig, als dass ich je lässig oder leichtsinnig 
werden könnte. Sie ist mir immer, in allen ihren ver- 
schiedenen Richtungen, das Höchste und Heiligste, und 
nur Eine gewesen, doch habe ich nicht Alles Kunst ge- 
nannt, was in unsrer Zeit dafür genommen wird. Mein 
ganzer Studiengang ist sehr abweichend vom Gewöhnlichen 
gewesen und darin ist mir vielleicht leichter die Lieber-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.