Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1469235
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NORDISCHL 
Evocuu 
HAUS 
UND 
W ERKY 
Machwerl; brillant zur Anschztuutig bringen konnte. Bin 
ich in meiner Ansicht Ihnen, liebe Freundin, zu streng, so 
vergessen Sie nicht, dass ich es gegen mich selbst noch 
zehnmal mehr bin. Es sollte mir sehr leid thun, wenn 
Menzel die Ansicht hegte, dass ein Kunstwerk, besonders 
von einem gewissen Umfang, keines Gedankens oder inneren 
Zusammenhangs bedürfe und hinlänglich interessant durch 
eine malerische Aussenseite bestehen laönne. Sehr ange- 
zogen haben mich drei nach ihm geschnittene Porträts aus 
Friedrichs des Grossen Zeit. Sie sind voll Mark und 
Schärfe des Ausdrucks. Möchte er nur in der Darstellung 
auf dieser Linie bleiben, denn noch ein Schritt weiter und 
er ist Manierist. In meinem nSttldiiuna arbeitet jetzt Prof. 
Rietschel aus Dresden eine Büste der Prinzess XVittgenstein 
und plagt sich wacker damit. Die Aufgabe ist schön, aber 
unendlich schwer, da der Kopf überaus fein und schön, 
aber auch der eigenthümlichen Farbe nicht entbehren kann. 
Ich glaube indess doch, dass er sich ehrenvoll durchschliigt 
und dies herrliche Geschöpf spätere Geschlechter noch be- 
wundern lässt. Ich nenne sie nur das indische Märchen, 
ich weiss keinen passlicheren Ausdruck für siea. 
Noch ein anerkennendes Wort über Rietschel, mit wel- 
chem er bei einem Aufenthalte in Dresden viel verkehrt 
hatte. Er spricht über das für VVCllhdl' bestimmte Goethe- 
Schiller-Denkmal (I8. Dec. 1855). nRietschels Gruppe hat 
mich, bei allem Erwarten einer tüchtigen Arbeit, doch noch; 
gewaltig gepackt. Die beiden grossen Individualitiiten sind 
wahrhaft edel und scharf unterschieden. Goethe, die grössere 
Schwierigkeit, hat, was ich Rietschel am wenigsten zuge- 
traut, etwas Ueberwiiltigendes und erinnert mich sehr leb- 
haft an das Original. S0 trat der herrliche Mensch einem
        

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