Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467778
schloss ich, den rein ltunsthistorischen Standpunkt dabei zwar 
nicht ganz zu umgehen, doch mehr in künstlerischem und 
literarischem Sinne dafür Stellung zu nehmen. Der Einfluss, 
die persönliche Beziehung, der Ideenkreis Goethes, in wel- 
chem Prellcr erwachsen, scheint mir bei seiner Entwicklung 
die Hauptsache, und sein Meisterwerk ist ohne diesen Zu- 
sammenhang gar nicht zu denken. Wenn sich Goethe 
über den Kunstjünger mit Eckermann antheilvoll unterhielt, 
wenn er in den nTag- und jahresheftena von ihm spricht 
(1822, bald nachdem Zelter ihm den Knaben Felix Men- 
delssohn gebracht hatte), ihn sogar zum Gehülfen bei seinen 
meteorologischen Studien nimmt, so wäre dies für einen 
gewöhnlichen Sterblichen auch schon genug. Nun aber 
ist Preller mit seinem Talent, geistig wie technisch, aus 
der Schule Goethes hervorgegangen. Seinen ersten Unter- 
richt in der Kunst empiing er in der von Goethe gestifteten, 
von Heinrich Meyer geleiteten Zeichenschule; durch Goethe 
wurde Karl August auf das junge Talent aufmerksam ge- 
macht, um ihm die Mittel zu Studien in den Niederlanden, 
dann zu einer Reise nach Italien zu gewähren; und, um 
noch etwas rein Persönliches hinzuzufügen, in den Armen 
Prellers ist Goethes Sohn August in Rom gestorben. Dem 
jungen Preller allein wurde gestattet, Goethe auf dem T odes- 
bette zu zeichnen. Den meisten derer, die in Goethes 
Kreise lebten oder gelebt hatten, trat er mit der Zeit 
näher (so auch Eckermann, dessen Sohn Prellers Schüler 
wurde) und so gehörte er zu dem Kreise der dem 
Goetheschen Hause dauernd Verbundenen. Aber fester 
als durch diese persönlichen Beziehungen hing er durch 
die innere Richtung mit den geistigen Ueberlieferungen des 
grossen Dichters zusammen. In Goethes Kunstunschzmtmg
        

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