Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1469116
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DIE 
NORDISCHE 
EPOCHE. 
UND 
Haus 
WERKSTATT. 
in der Natur einen Gegenstand, der ihn anregt, und den er 
ausbildet und abrundet, oder er hat den Gedanken selbst, 
und geht dann in die Natur, um dafür an geeigneten 
Gegenständen seine Studien zu machen. Die Kopisten der 
Natur, oder Vedtttenttlaler Inöchtc ich kaum als Künstler 
mitnennen, ebensowenig, wie man einen Abschreiber als 
Poeten oder Schriftsteller betrachtet. Ihnen gilt das Tau- 
schen in ihren Bildern für das Ziel der Kunst. Ich meine, 
die Naturxxnthrheit, unter Umständen XVahrscheinlichkeit, 
sei vollkommen genug, als Mittel einen grossen, oder 
ftberhaupt einen poetischen Gedanken zu verkörpern, ohne 
die Natürlichkeit, die wohl gar bis zur Täuschung gehen 
solle. 
1) D215 
Studium 
und 
die 
Kenntniss 
der 
Natur 
bis 
ins 
Kleinste ist dem Künstler ebenso ilöthig, wie 
die Sprache und deren genaue Kenntniss. 
kann ein Maler weder formen noch färbenu. 
dem Dichter 
Ohne diese 
vDie h-Jrmonisch gestimmten Farbentöne des Bildes, 
die Wirkungen der Luft, des Lichts, das Leben und Weben 
der Elemente, dies ist es, was in der Seele des Beschauers 
die verwandte Stimmung erregt. Einzelne Nnttirlichkeiten 
müssen stets diesem höheren Zweck untergeordnet weiden, 
und dürfen sich nicht ungebührlieh geltend machena. 
DFlndCt der Künstler in der Natur eine bedeutende 
Stelle, oder ein Stück, das ihm sehr charakteristisch er- 
scheint, so suche er vorerst zu ergiünkien, wo dies eigent- 
lich sitze. Ist ihm die Sache klar, so nehme er sich wohl 
in Acht beim Zeichnen oder Malen desselben, dass ihm die 
daran grenzenden andern, oder damit verbundenen un- 
wesentlichen Gegenstände durch zu treues Kopiren die 
Hauptstelle nicht lvieeinträchtigen. Dies geht jungen Leuten
        

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