Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1469089
NORDISCHI 
Evocnß. 
UND 
HAUS 
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gesteht. nTrotz meines langen Aufenthaltes in Italien habe 
ich stets eine Neigung gehabt für einfache, schwermüthige 
Vorxxrtirfe. Meine späteren Reisen in die nördlichen Ge- 
birge, besonders nach Norwegen, nährteit meine Neigung 
mehr und mehre.  nDie Stinunung einer Landschaft, 
welche bei uns durch die Luft bedingt ist, hat für mich 
stets den grössten Reiz gehabt, ganz besonders, wenn es 
sich mit aufgeregten Erscheinungen von Wasser verbinden 
liess. NValtl, Gebirg, Seestrand, habe ich meist und gern 
bei Wind und schwerem, bösem Wetter gemalte. 
Es lag eben in seiner Natur ein stark und gross aus- 
geprägter Gegensatz. Der germanische Zug nach dem 
phantastisch Elementaren, düster Bewegten und Ergreifen- 
den wollte sein Recht haben, und charakteristisch ist dem 
entgegen die nie unterdrückte Sehnsucht ilach der be- 
ruhigten Schönheit und Idealwelt des Südens und des 
Helleneitthtims. 
Ganz und gar eittsagte er dieser in seinem Schalten 
auch nicht, aber was ihn von grösseren Kompositionen 
der Art zurückhielt, war eine tiberstrenge Selbstkritik. 
Oft genug kam es vor, dass die Bewunderer seiner Aquarell- 
bliitter mit mythologischer StalTage den NVunsch laut wer- 
den liessen, ausgeführtere Gentiilde idealen Stils von ihm 
zu sehen. Allein nachdem er Jahre lang den Norden ge- 
malt hatte, glaubte er sich endlich der südlichen Natur 
nicht mehr gewachsen, und wusste seine eigenen Wünsche 
zu tintertlrficken.  
Mochte er nun bei seinenl Schalten innerlich manches 
zu überxxrintlen und durchzuringen haben, im Leben gab 
er sich weder tinbefriedigt noch ntelancholisch. Und dass 
seiner Kunst jede Störung von aussen fern blieb, das wusste
        

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