Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1469031
"I 20 
DIE 
NORDISCHE 
EPOCHE 
HAUS 
UND 
WERKSTATT. 
gegenden Norwegens übten eine grosse Anziehung auf 
ihn, der immerwiilireritle Kampf der Elemente war der 
Ausdruck seines eignen Ringens. Das Land selbst er- 
innerte ihn zum Theil an die deutschen Hochgebirge, 
welchen er doch den Vorzug gab. Unermüdlich war er 
in dieser Felsenwelt im Zeichnen und Skizziren, wobei er 
doch an schönen Aussichtspunkten nach seiner Art vorbei- 
ging. vAlles was ich je gemalte, durfte er sagen, nwar von 
der Natur veranlasst, doch niemals Porträt. weil ich das 
porträtartige Wiedergeben der vorhandenen Natur als für 
die Künste von zu wenig Bedeutung finden. 
Die tiorwegische Reise hatte für seine Gesundheit gute 
Folgen. Mit dem Gedanken seines nahen Todes war er 
fortgegttngen, jetzt sah er dem Leben wieder mit Zuver- 
sicht entgegen. Mit erfrischten Kräften wurden die neuen 
Eindrücke und reichlichen Skizzen sogleich verwerthet. Er 
war vergnügt bei der Arbeit, aber es war keine heitre 
Welt, die er darstellte. Wilde Meeresbrantlungen, stür- 
mische See, Aufruhr in der Nattur, zerklüftete Gebirgs- 
formen, Einsamkeiten auf den höchsten Felsengipfeln, nur 
von Seeadlern bewohnt, das ist die in immer neuen Mo- 
tiven und ergreifender Macht durchgeführte und wechselnde 
Scenerie. Er zeigt auch wohl die Spuren gewaltiger Stürme 
am Klippenstrande, Trümmer" gescheiterter Schiffe, oder 
einen an das Ufer gespülten Matrosen in rothem Hemd, 
und es ist zweifelhaft, 0b er ihn sich als einen Geretteten 
dachte. Als Preller später eimnal vor einem solchen Bilde 
von jemand gefragt wurde, wie er es über das Herz bringe, 
dergleichen zu malen, da er doch seinen ältesten Sohn 
(der gleich seinem Grossvater Seemann geworden war) 
auf dem fernen Meere wisse, zuckte er nur die Achseln
        

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