Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1468816
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HEIMKEHR. 
GOETHES 
Ton. 
Dieser Brief wurde den] Künstler achtunddreissig Jahre 
später, nach Kestners Tode, in einer Abschrift wieder mit- 
getheilt, und zwar von der Hand der Schwester des Ver- 
storbenen, der zweiundachtzigjährigen Charlotte, Tochter 
der.Lotte Buff-Kestner. Sie war einem älteren Bruder erst 
nach Marseille, dann nach dem Elsass gefolgt, wo derselbe 
eine grosse Industrie entfaltete. Dann ging sie nach Basel, 
wo sie den Nachlass ihres sehr geliebten Bruders August, 
des  Kestner empfing. Ihr Brief, als Begleit- 
schreiben jener Abschrift, ist doch zu interessant, als dass 
er hier nicht mitgetheilt werden sollte, wenn inuner er 
dem Gange der Darstellung vorgreift. 
Basel 9 Jan. 1870. 
sehr geehrter Herr  
ich habe nicht die Ehre Ihnen bekannt zu seyn, aber 
mein Namen, der gleiche wie der meines Bruders August 
Kestner in Rom, der Sie so herzlich liebte, ermuthigt 
mich, Ihnen zu schreiben. 
Ich fand nemlich in den Papieren meines liehen 
Bruders in Rom einen vortreHiichen Brief von ihnen, ge- 
ehrter Herr, in Mitte desselben eine herrliche Zeichnung 
Goethes bey dessen Hinscheid, wie nur ein so ausgezeich- 
neter Künstler und treuer Freund wie Sie mein Herr es 
sind, es machen konnte. Vielleicht ist diese Ihre edle 
Handlung aus Ihrem Gedächtniss entschxrunden? ich machte 
es mir also zur angenehmen Pflicht diesen Ihren Brief für 
Sie abzuschreiben und die Zeichnung phorographiren zu 
lassen, Beydes beehre ich niich hiebey zu legen. 
Ihre so feinen tiefgefühlteu Bleystiftstriche bexregten 
einen meiner Neffen so sehr, dass er mir darüber sagte, 
als Elsässer auf französisch: nCe dessin est un vrai monu-
        

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