Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1468792
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Hßmm 
EHR. 
GOETHES 
T00. 
Alles aufs Gewissenhafteste aufbewahrt. Vorliegende kleine 
Zeichnung habe ich selbst aufs genauste nach dem Hoch- 
seligen gezeichnet und darf wohl sagen, dass sie wirklich 
ähnlich sei. Hatte ich Ihnen wohl etwas Interessanteres 
in meinem diesmaligen Briefe senden können? Es war 
während der Arbeit schon für Sie bestimmt, und ich be- 
daure nur, dass die Zeit nicht erlaubte, es schöner zu be- 
leuchten und sorgfältiger auszuführen, doch auch diese 
wenigen Züge haben gewiss Interesse. XVelchen schönen, 
ruhigen Ausdruck er auch nach seinem Leben noch hatte, 
können Sie wohl sehen, und ich muss gestehen, dass ich 
mich damals nicht überreden konnte, dass es wirklich so 
sei. Welche für uns traurige Zeit hier eingetreten, kann 
ich Ihnen nicht sagen. Wie hart werden wir noch fühlen, 
was wir besassen! Das vom Hochseligen für Sie bestimmte 
werden Sie wohl jetzt empfangen haben, da mir Herr 
Kanzler von Müller sagt, dass es schon langst abgegangen. 
Ach hatten Sie ahnen können, wie oft und gern er von 
Ihnen sprach, und welche zarte Theilnathme und innige 
Freude er an Allem hatte, was an Kunst nur erinnern 
konnte. Niederfallen hätte ich mögen, als ich sah, wie er 
sich, besonders einmal, bei den Werken von Poussin, die 
wir durchsahen, lebendig und warm über dessen Geist und 
Gemüth aussprach.  ich gelitten und noch leide, ver- 
mögen Sie, Verehrtester, besser als Einer zu beurtheilen, 
denn nur Sie kennen ja meine wahre, innige Liebe und 
hohe Verehrung für ihn. So bin ich denn nun von Allem 
entfernt, was mich erwärmte und mir Trost reichte, dessen 
ich so oft bedarf. Allein trete ich nun eine Reise durchs 
Leben an, wozu Muth und Kraft vor Allem nöthig ist. 
Äviangelt mir nun auch die letzte, so will ich auf den ersten
        

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