Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1468638
STUDIENJAHRE 
IN 
Rom 
die C-ampagna fuhren, bemerkte ich, dass Goethes Unwohl- 
sein ihn zu keinem rechten Genuss kommen liess, während 
Kestner und ich in Entzücken schwelgteia. In Albano an- 
gekommen, führten wir ihn zunächst zu der vielhesttngeiaen 
schönsten Jungfrau Italiens, der Vittoria, die er, da er kein 
Italienisch verstand, sprachlos anstarrte. Als wir aber nach 
X7erlauf einer halben Stunde die Esel bestiegen hatten und 
nach den Seen ritten, ward Goethes Befinden so schlimm, 
dass wir mit Mühe nach Albano zurücklaamen. Nach ein 
paar Stunden Ruhe befand er sich besser und bestand dar- 
auf, mit uns nach Frascati zu fahren. Dort aber kam er 
in einem solchen Fieber an, dass wir so rasch als möglich 
nach Rom zurückführen. wo wir etwa um zehn Uhr Abends 
eintrafen. Ich durchwachte die Nacht an seinem Lager, 
auf dem er in heftigem Fieber sich umher warf. Der Arzt, 
den ich" am andern Morgen herbeirief, vermuthete eine ver- 
steckte Hattitkrankheit. Der Tag entschied nichts und ich 
hielt es für gut, den Maler Meyer, der Thür an Thür mit 
Goethe wohnte, zu bitten, dass er die Nttchtwache mit 
mir theile. In dieser Nacht, etwa um I Uhr, als NIeyer 
seine Wache angetreten und ich mich etwa eine Stunde 
lang auf ein paar Stühlen ausgestreckt hatte, sprang Goethe 
plötzlich auf und umklammerte mich, dass ich glaubte er- 
drückt zu werden. Mit Mühe brachten wir ihn ins Bett 
zurück. Im Attgenbliclt aber, da ich ihm den Kopf aufs 
Kissen legte, schlug er die Augen gross auf und sank mit 
einem tiefen Athemztig zusammen. Der sogleich von mir 
gerufene Arzt machte mit seinem Ausspruch nE mortokt 
allen Zweifeln ein Ende. Der Section wohnte ich bei. 
Nach der Behauptung des Arztes hatte ein Gehirnschlatg, 
in Folge einer nicht zum Ausbruch gelangten Pocken-
        

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