Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Theodor Horschelt
Person:
Holland, Hyazinth
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1466005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1466662
Götter; dass es aber so war, kann ich bezeugen, denn 
sie schlugen dergestalt mit Kopf und Füssen an den 
Bauch der Diligence, dass mir die Sohlen kitzelten und 
ich eine schnelle Berechnung anstellte, wie schwer der 
ganze Kasten wohl sein könne, und ob drei so rüstige 
Maultiere ihn nicht umwerfen könnten." Doch auch 
dieses Leiden fand sein Ende, die Tiere wurden heraus- 
gezogen an Schweif und Ohren, sprangen dann wieder 
auf, schüttelten sich, da sie etwas schmutzig geworden 
waren, der Wagen stand beinahe bis an den Achsen im 
Schlamm und liessen sich geduldig wieder einspannen. 
Nur eines wurde hinkend abgeführt; wahrscheinlich war 
ihm ein Rad über Hals oder Fuss gegangen. Endlich 
kamen wir nach Valenciar .   
Mit gleicher Heiterkeit ist die Wanderung durch 
die Mancha zu lesen. Die Reisenden versuchten es zu- 
erst mit einem grossräderigen Karren sich transportieren 
zu lassen, da dieser aber zu holperig ging und das 
Marschieren der Kälte wegen unangenehm war, so 
machten sie sich beritten mit gemieteten Maultieren. 
Dabei trafen sie mit Zigeunern zusammen, herbergten 
in armseligen Posaden mit Maultiertreibern, sahen den 
ersten Fandango tanzen und erhielten in den elendesten 
Nachtlagern eine köstliche Schokolade. 
In Madrid wurde am Tage des heiligen Antonius 
(I7. Januar) eine Art St. Leonhardsfestfahren- und 
-reiten abgehalten, welches unserem Maler sehr wohl 
gefiel. Seine Schilderung giebt davon ein ganz farbiges 
Bild. wDie Masse von Pferden, die eine lange Strasse 
entlang bis zur Kirche geritten wurden, war ungeheuer, 
dazu eine ans Fabelhafte grenzende Menschenmenge. 
Merkwürdigerweise bringt nicht nur der gemeine Mann 
sein Maultier und Pferd dahin, sondern man sieht die 
schönsten Wagen, vollgepfropft mit eleganten Herren 
und Damen, neben dem elendesten Karren, Kavaliere 
auf herrlichen englischen und andalusischen Pferden 
mitten unter Bauern und ganz gewöhnlichem Volke. 
Am schönsten nahmen sich die reichen andalusischen
        

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