Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Theodor Horschelt
Person:
Holland, Hyazinth
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1466005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1466623
zu Pferd und Esel Madrid, Toledo, Granada, Sevilla, 
Cadix und dampften bei sehr stürmischer See nach 
Gibraltar, dann nach Oran hinüber, von wo Hack- 
länder nach Europa zurückkehrte, indess Ho r schelt 
einen scharfen Wüstenritt über Mediah und Bliedah nach 
Algier forcierte und schliesslich noch mit einer franzö- 
sischen Truppe einen Abstecher nach der Oase Biskrah 
machte. Die Rückkehr erfolgte über Marseille und Paris. 
xUeber den spanischen Teil der Reise liegen Hack- 
länders Berichte vor; man will darinnen auch Hor- 
schelts Hand erkannt haben, wenigstens kam es einmal 
vor, dass Horschclt dem ermüdeten Hackländer 
bei der Schilderung des Montserrat die Feder aus der 
Hand nahm und den Bericht weiter fortsetzte; 38) jeden- 
falls aber leuchtet sein Künstlerauge heraus, mit dem 
der berühmte Turist unwillkürlich sehen musste. Hor- 
schelt schrieb über seine Erlebnisse eine Reihe von 
Briefen in die Heimat, gewiss ganz ahnungslos, dass 
dieselben je auch vor andere Augen, als die der ge- 
liebten Eltern kommen könnten. Sie sind originell, mit 
dem sichtlichen Behagen der Freude geschrieben, so 
unmittelbar frisch und ohne alle Prätension; sein Stil 
ist knapp und zutreffend, er übt unbewusst eine Meister- 
schaft der Sprache, wie selbe nur wenigen Künstlern 
gegeben ist; er schreibt dieselbe accentuierte Prägnanz, 
mit welcher er seine Figuren so scharf umrissen, im 
eigentlichsten Sinne mit d e r F e d er zeichnet. Auch 
hier sind seine Briefe wieder mit kleinen, mutwilligen 
Randillustrationeil geschmückt: da zeichnet er Hack- 
länders etwas schwerfällig gewordene Gestalt am 
Waschtisch, dann das aus Granada reitende Reise- 
kleeblatt, natürlich in lustigster Karikatur, wobei der 
Maler mit seinen langen Beinen sich am wenigsten schont. 
Doch  hören wir ihn selbst,- wie er z. B. die 
spanische Eilwagenfahrgelegenheit mit einem an Alban 
Stolz streifenden Humor schildert. So heisst es in 
einem Briefe vom 8. Januar 1854 aus Madrid: rAuf 
dem Wege von Barcelona nach Valencia, an welchem
        

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