Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Theodor Horschelt
Person:
Holland, Hyazinth
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1466005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1466505
durch den eigenen Etat des Theaters gedeckt werden 
sollten. S0 geschah es denn auch, dass Horschelt 
mit anderen Bühnenmitgliedern, nur raus ökonomischen 
Rücksichten der Theaterkasses, in den Ruhestand ver- 
setzt wurden. Seltsam! Derselbe Mann, welcher in 
Wien dem Theater in kürzester Zeit Hunderttausende 
weinbrachtex, wurde jetzt, erst siebenunddreissig Jahre 
alt, in der vollsten Kraft, aus Ersparungsrücksichten 
kalt gestellt. Am 30. Dezember 1829 schloss sich mit 
dem Ballett wDie Insulanerk der Vorhang für seine 
Thätigkeit, es regnete Beifall und  da man mit diesen 
Dingen damals viel sorgfältiger umging, wie heutzutage 
 einen Lorbeerkranz. Horschelt dachte keines- 
Wegs sich's wgemütlich zu machenk, sondern mindestens 
wnoch so ein fünf jährchen herumzuzappelns. In einem 
an Herrn von Stich gerichteten Briefe (I. Februar 
1830) hiess es: wDas Ausland soll noch mein Talent 
und ich die Talente  ein Talent zu tausend Thaler 
gerechnet  des Auslands kennen lernen! Dann rücken 
wir zusammen und wollen leben wie die Götter in 
Frankreich: ich teile meine Laune, meine Kinder mit 
Ihnen; Sie teilen Ihre Bibliothek, Ihren Weinkeller mit 
mir; so oft Sie trinken, küsst mich meine Frau, und so 
oft ich trinke, küsst meine Frau mich! Ein neues Leben 
soll Ihnen erblühen: Madame Horschelt verwaltet 
Ihren Kaffee und Zucker, meine Buben Ihr Porzellan, 
und ich Ihren Keller! aller Sorgen wollen wir Sie frei 
machen. Und kommen die langen Winterabende, so 
sitzen wir traulich am warmen Ofen; meine Frau liest 
vor, wir stricken unseren Kindern Strümpfe, und die 
Buben kugeln und balgen sich am Boden herum, dass 
uns vor Lust und Freude Hören und Sehen vergeht! 
Lassen Sie mir nur das Ausland plündern  dann" 
wollen wir auf heimischem Bodendie harten Thaler 
Hiessend machem. Die Nachricht von seiner Quieszenz 
brachte wirklich erfreuliche, seine bisherige Stellung weit! 
überbietende Anträge. Aus Berlin hiess es, Wenn Hor- 
schelt die unumschränkte Ballettmeisterschaft über-
        

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