Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Theodor Horschelt
Person:
Holland, Hyazinth
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1466005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1466489
dass Horschelts Freund und Beschützer, der Inten- 
dant von Stich, wegen allzu kostbarer Garderobe- 
anschaffungen durch Freiherrn von NVeichs (wel- 
chem bald darauf Baron von Poissl folgte), in den 
Ruhestand versetzt sei. Horschelt, welcher später 
noch manchen Wechsel seiner Vorgesetzten erlebte, 
verlor dadurch einen innigen Freund, wahren Gönner 
und Beschützer, welcher wie kein anderer die Fähig- 
keiten seines Ballettkünstlers zu würdigen wusste und 
denselben, wären seine Pläne nicht durch finanzielle 
Rücksichten so stramm umschrieben gewesen, gewiss 
auch eine grossartige Entfaltung bereitet hätte. 
Zu Anfang des jahres 1824 heiratete Horschelt") 
die schöne Barbara Eckner, geb. 1804, die Tochter 
des Hoftänzers Eckner, welche durch ihre graziöse 
Kunst seit 1822 als ein gefeierter Liebling der Hof- 
bühne galt und in den von Horschelt erfundenen 
Balletts durch ihre reizvolle Erscheinung ungeheucrn 
Beifall z. B. als ßSarginesr in der wMacht der Frauenr 
hervorrief. Aus ihrer glücklichen Ehe stammten drei 
Söhne, von welchen wir in der Folge hören werden. 
Die schöne Frau trat aber schon 1830 (zum letzten 
Male tanzte sie als wArsener in dem gleichnamigen 
Ballett 25) am 28. März) von der Münchener Bühne 
zurück, an welcher sie indessen noch einmal vom Mai 
1839 bis Juli 1840 wirkte. Damals stritten die besten 
Maler wie Stieler und andere um die Ehre, ihr Bildnis 
malen zu dürfen, in Franz Xaver Winterhalters 
geistreicher Lithographie (1830) ist der ganze Zauber 
ihrer Erscheinung wiedergegeben. 
In der Nacht vom 12. auf den 13. Oktober 1825 
entschlief König Max; er war seinem Ballettmeister 
immerdar in Gnade und Huld zugethan und hatte ihm 
bei jeder Gelegenheit sehr schöne Zeichen seines be- 
sonderen Wohlwollens in ebenso zartsinniger wie 
drastisch-derber Weise gegeben, wie denn der König 
häufig seine feinste Teilnahme in skuriler Form zum 
Ausdruck zu bringen liebte.
        

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