Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Theodor Horschelt
Person:
Holland, Hyazinth
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1466005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467284
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dann zum Ballettkorps des Kärntnerthortheaters, heiratete den be- 
liebten Komiker Eduard Weiss, übernahm 1837 unter Direktor 
Pokorny eine Stelle als Ballettmeisterin am Wiener Josephstädter 
Theater und arrangierte dann "llänze mit Kindern, welche durch effekt- 
volle Gruppen und frappanten Wechsel viel Glück machten. Mit 
ihrer meist ein halbhundert Köpfe zählenden Truppe wagte sie Kunst- 
reisen nach Paris, Amerika, England und Italien, erntete viel Geld, 
aber auch bittere Erfahrungen, teils durch ihren immer Geld be- 
nötigenden Gatten, teils durch Unfälle und Prozesse. Sie starb zu 
Wien I8. September 1852 und hinterlicss ihrem unwürdigen Gemahl 
ein hübsches Vermögen, welches dieser leichtsinnig verbrauchte, bis 
er am 22. November 1869 gänzlich verarmt und erblindet im Ver- 
sorgungshause zu Wien endete. 
21) Bericht des Hoftheaterintendanzrates Stich an das 
k. Staatsministerium der Finanzen vom 28. Mai 1821. Unter den 
heimischen verfügbaren Kräften wird der als Grotesktänzer beliebte 
Lang und der Solotänzer S chneider gerühmt. Eine erste Ballerina 
fehlt seit dem Abgang der Antoinette Pfeiffer. Die Kammel 
und die jüngere Petri werden als gute Tänzerinnen genannt, und 
als Aspirantinnen für Solotänze die Fräuleins Thoms, Kroell und 
Eckner in Aussicht genommen; der seitherige Pantomimenmeister 
Klotz aber wegen Mangel an Kenntnissen, Phantasie und Geschmack 
für unbefähigt erklärt, neue Pantomimen zu erfinden.  Uber Stichs 
Bühnenleitung das ungünstige Urteil in Grandaurs Chronik des 
k. Hof- und Nationaltheaters. 1878. S. 90-97. 
22) Auch erteilte Hors chelt alle vTanz- und Anstandstundens 
für die Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses, sowohl 
unter König Max I. wie König Ludwig L; 1854 noch für die 
Kaiserbraut Elisabeth.  
22a) Babette Horschelt wurde später Madame Thoms. 
Grandaur, S. 93. 
22b) Aus ihm entwickelte sich der berühmte Grotcsktänzer. 
Michael La Roche starb, 66 Jahre alt, am II. Mai 1870 zu 
München. 
23) Horschelt verkaufte sein Haus mit gutem Gewinn im 
September 1832 um 13,500 Gulden an die Gräfin Törring-Gu tten- 
zell und diese später Wieder an den Prinzen Karl (Hölken) um 
35,000 Gulden. I-Iorschelt bezog dann eine Wohnung in dem 
durch sein flaches Dach bekannten Hause des Baurats Himbsel 
am sogenannten Dultplatze im Preise von 350 Gulden (heutzutage 
Karlsplatz N0. 30 im Besitze des Hauptmanns a. D. Ludwig 
Luf f t).  
23 a) In seiner jokosen Manier schrieb Horschelt sehr mut- 
willige Briefe an Stich, in welchen er sich über seine Begleiter 
lustig machte und jeden in seiner charakteristischen Weise sprechen 
liess; Stich berichtete hierüber dem König, welcher die Briefe ver- 
langte und mit grösstem Vergnügen las und behielt; auch die Königin 
und die Prinzessinnen brachen in heiteres Lachen aus.  Derselbe
        

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