Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Theodor Horschelt
Person:
Holland, Hyazinth
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1466005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1466254
Wir machten sehr gute Geschäftec. Die Folge davon 
war eine weitere Kunstreise nach Leipzig, wo der 
kleine Horschelt schon wgrosses Aufsehen machteg. 
aber auch das Unglück hatte, sich, als er im Kostüm 
hinter den Kulissen stand, durch das Spiel mit einer 
im vorhergehenden Stück weggeworfenen Pistole, die 
linke Hand mit Verlust des Mitteltingers zu durch- 
schiessen. Trotzdem wurde die arme verzweifelte 
Mutter durch den Direktor Seconda, unter Androhung 
im Weigerungsfalle nie mehr auftreten zu dürfen, ge- 
zwungen, noch in derselben Stunde zu tanzen. wMutter 
und Geschwister tanzten mit verweinten Augen und auf 
zitternden Füssen. Dann wurde der traurige Vorfall 
dem Publikum gemeldete. Nach drei Monaten tanzte 
der Junge wieder rzum Jubel der Leipziger Studenten, 
welche in grosser Wichse ihm am nächsten Morgen 
eine Wundfieberentschädigung von zwanzig Thalern 
überbrachtenw  
wEnde Mai 1806 tanzten wir schon in Wien, wo 
man uns gleich auf ein ganzes Jahr engagiertes. Auch 
dachte die Mutter daran, dem arg versäumten Unter- 
richt  Fritz vermochte noch kaum zu schreiben  
durch gute Lehrer nachhelfen zu lassen. Der junge 
Horschelt zeigte ungewöhnliche Neigung zur Mathe- 
matik; wZirkel und Winkelmass wollten mir fast gar 
nicht mehr aus der Hand, was der Mutter, welche die 
Grössenlehre nur oberflächlich handhabte, öfters zuwider 
wurder, sodass es auch hier nicht an Demonstrationen 
in der Fingersprache fehlte. Im Herbst 1807 holte ihn 
der Vater, welcher vom Theater zurücktrat, weil ihm 
die vielen Tanzlektionen ein doppeltes Einkommen ver- 
bürgten, nach Krakau, wo der Junge häufig tanzte für 
ein Honorar von dreissig Kreuzer und eine ausset- 
ordentliche Zulage von wje sechs Kreuzer für jeden 
Hervorrufe. Mit Lehrern wurde er nicht weiter ge- 
plagt. Der Vater sagte: wÜbe dich vor allem im 
Tanzen; treibe Mathematik, so viel du magst; benütze 
dann die Leihbibliothek meines Freundes Wildt 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.