Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1463179
BÖCKLIN-AUFZEICHNUNGEN UND ENTWÜRFE 
verwandte, mit jenem sich schnell verbindende Stimmung ihn 
bewegt, und dass er dieser durch die beseelte Wiedergabe jenes 
Ausdruck verleiht; oder dass sofort Phantasie und künstlerischer 
Verstand an die Arbeit gegangen waren, das eine durch das 
andere zu gestalten und durch schnell sich ankristallisierende 
Ideenverbindungen zu verdeutlichen und zu beleben. 
Man überzeugt sich dabei leicht, dass  wenigstens seit 
der „Meeresidylle"  es in erster Linie durchaus nur malerische 
Anschauungen waren, welche seine Phantasie in Bewegung 
setzten; dass er alles im lebendigen Bewusstsein seiner Dar- 
stellungsmittel zur malerischen Vorstellung zusammengeschlossen, 
und dass er mit der vollendeten, von nun an stets gegenwärtigen 
Rechnung, mit dem fertigen Bild im Kopf vor die Leinwand 
getreten sei und sich mit der Darstellung nur so spielend, mit 
dem I-Iinauswerfen des Überllüssigen und der Beschränkung 
auf das wirklich zur Sache Sprechende aber angestrengt be- 
schäftige. 
Dann wird das ganze Arsenal der Mittel in Bewegung 
gesetzt. Und so falsch es immer ist, die Kenntnis, Beherr- 
schung und Erweiterung dessen, womit man sich auszudrücken 
hat, zu unterschätzen, so doppelt falsch ist es in unserer über- 
lieferungslosen Zeit, in welcher jeder einzelne, der wirklich von 
Erkenntnis zu Erkenntnis steigt, sich dieselben erst einzeln 
wieder zu erobern hati Denn er steht auf keines Schultern, 
und auf Beifall hat er, wo es keine Wissenden mehr giebt, 
nicht zu rechnen. Auch Böcklin hat lange  die Schackschen 
Bilder beweisen das  die Mittel, die ihm zur Verfügung ge- 
standen, gequält, damit sie ihm seinen Willen thaten und einer 
freilich wesentlich poetisch konzipierten Idee zum Ausdruck 
verhalfen. Heute hat er sich den Kreis des Möglichen, Dar- 
stellbaren durch unablässiges Suchen und Versuchen derartig 
erweitert, hat durch scharfes Nachdenken und Erfahrung den 
Kreis seiner Ideen derartig auf die aus rein malerischer Natur- 
anschauung Entsprungenen beschränkt, dass man sagen kann, 
er denkt mit seinen Mitteln, innerhalb derselben. 
Was ist ein Bild? Der möglichst knappe und deutliche 
einheitliche Ausdruck einer rein malerischen, d. h. innerhalb
        

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