Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1463020
Kompositionsmittel. 
Bildentstehung. 
Bilder. 
Das Bild ist im Kopfe fertig, bevor Böcklin anfängt. Das 
kann auf dem Sopha geschehen sein. Nun handelt es sich 
darum, zunächst beim Übersetzen auf das Brett, alles hinaus- 
zudenken, was sich nicht absolut zur Verdeutlichung des Ge- 
wollten, der eigenen lebendigen Vorstellung, nötig erweist und 
darum stören oder ablenken könnte. (Mitteilung von Vorstel- 
lungen ist eigentlich Kunst. Ich sehe wohl den und den vor 
mir, kann ihn aber nicht malen. Unsere meisten Maler auch 
nicht  er muss sich schon daher setzen. Sie haben keine 
Vorstellung und nicht die Fähigkeit, das etwa Vorhandene mit- 
zuteilen, mit den Mitteln ihrer Kunst.) Diese Bilder sind also 
keine Skizzen, sondern bis auf das Wesentlichste, Sprechendste 
konzentrierte künstlerische Vorstellungen, aus denen alles für den 
Ausdruck dieser Empfindungen Unwesentliche hinausgeworfen 
ist. [Wer von einer „Verachtung der Form" bei ihm spricht, 
hat wenig von ihm gesehen und wenig Fiihlung mit dem, was 
Rubens z. B. unter Umständen für unnötig, ja schädlich hielt. 
Es giebt für den Maler höhere Gesetze als die der Form: jene 
der Bildeinheit und der schlagenden Übersicht der Idee mal ge- 
wiss. (Nicht alle seine Figuren sind durchmodelliert, aber nicht 
jedes Bild verlangt das. Mit dem Modellieren des Gipses oder 
Aktes unter bestimmtem Licht haben wir es im Bilde ja über- 
haupt in den seltensten Fällen zu thun.)] Wo sich Detail, wie 
blumige Wiesen, sprossende Stämme, findet, da erblüht es aus 
der Freude des reichquellenden heiteren Grundgedankens, dem 
es auch seinerseits zum Ausdruck verhilft (wie bei Dürer).
        

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