Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1462972
BÖCKLIN-AUFZEICHNUNGEN 
UND 
ENTWÜRFE 
„Der Maler sieht und lebt mit den Augen. In ihm klingt 
irgend etwas, das verbindet sich mit den Formen und Farben, 
belebt das Angeschaute und wird dadurch zu etwas Bestimmtem." 
Die Welt redet durch die Augen zu ihm und weckt das 
Schlafende in ihm zu schneller Verbindung und Neuschöpfung. 
„Ich sei intolerant, sagen die Leute, gegen andere Rich- 
tungen. Richtungen! Es giebt nur eine Kunst, aber so viele 
Individualitäten wie wirkliche Künstler oder solche, die es 
ehrlich werden wollen. Aber Affaristen und Leute, die sich 
vor ein gefälliges Stück Natur setzen, um es nachzuahmen und 
höchstens den Ausschnitt aus dem Ganzen, das Format, be- 
stimmen, sind eben keine Künstler." 
Es steckt hinter diesem, „es giebt nur eine Kunst", nicht 
die Engherzigkeit oder Eitelkeit des Professors, sondern das 
ist der weite Blick des Genies und die Erfahrung des Ringenden, 
der oft genug die kleinen persönlichen Zwecke des ausgenutzten 
und angewandten Talents neben sich hat zu ihrem Ziel kommen 
und sich decouvrieren sehen. 
Es führen doch nicht alle Wege nach Rom! 
„Die Kunst für alle". Sehr vorzüglich! Eine nette Sorte! 
Ungefähr von der Güte: „Aus dem Volk für das Volk". 
„lch verlange vom Künstler, dass er einer der im besten 
Sinne Gebildeten seiner Zeit sei. Raffael z. B. hätte gewiss 
auch aus sich selbst heraus etwas Gescheidtes aus den Stanzen 
gemacht, etwas Entsprechendes, festlich Würdiges, etwas, was 
dorthin gehört, und nicht etwa einen Schäfer, der seiner Herde 
etwas vorflötet, oder so was. Man hätte ihn nicht durch ein 
Programm zu binden brauchen. Unterstützung war das durch- 
aus keine, wie feinfühlig, klug und malerisch er sich auch damit 
abgefunden haben mag. Das beste eben lag nicht im Programm, 
sondern leistete seine künstlerische Empfindung. Die hinzuge- 
thanen Figuren, die ganz sein unabhängiges Eigentum sind, sind 
sogar regelmässig das allerbeste in den Bildern."
        

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