Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1462963
BÖCKLINS ÄSTHETIK 51 
 
besteht die Kunst: in ihren Grenzen, an ihrer Hand seine 
Vorstellungen und Gedankenverbindungen zu haben und deut- 
lich zu machen." 
„_Ie leichtflüssiger die Mittel, je schneller man das bischen, 
was man Eigenes zu sagen hat, hinschreiben kann, um so 
weniger geht durch die Hindernisse des Materials verloren." 
„An Einfällen fehlt es nicht. Der Verstand muss nur 
lfuhe und Klarheit genug haben, um von vornherein die 
Okonomie des Ganzen zu übernehmen. Nächst dem Zusammen- 
fassen seiner Vorstellungen und Mittel besteht die Kunst in 
dem Erkennen und Hinauswerfen des Überflüssigen. Das 
kostet die meiste Zeit. Viel weniger noch darf man etwas 
hineintragen wollen. Das weg, das weg  dann erst geht 
einem plötzlich ein Licht auf, dass man mit seiner Vorstellung 
recht hatte und wie sie ausführbar ist: richtig, darauf kam es 
an in praxi! Alles andere macht sich dann von selber und 
schnell  da kommt einem alles, was man ist, kann und im 
Gedächtnis hat  man weiss oft selber nicht woher  willig 
zu Hilfe. Nur nicht phantasievoll sein wollen  die Phantasie 
braucht man schon genug ad hoc, um das Wesentliche lebendig 
zu machen. Nur nicht geistreich, sondern einfach, nicht künst- 
lich, sondern natürlich"! 
Sandreuter sagt gelegentlich, als er uns ein neues Bild 
zeigt: „Ich glaube, ich habe diesmal in Böcklins Sinn das 
Viele vermieden, was mir bisher stets das Grosse zerschnitt." 
 sagt Böcklin: „es gehört so wenig dazu. Man macht 
meist zu viel. In allen Künsten. Was bleibt Az. B. klar und 
sicher im Gedächtnis? Immer nur das Bestimmte, Einfache. 
Die meisten aber machen immer wieder Sachen, die sie, noch 
dazu in dem Augenblick, gar nichts angehen." 
„_Iedermann behält das, was ihm in seinen Kram passt. 
Warum auch anders? Ich dachte früher auch an alles Mög- 
liche, was ich noch in mir ausbilden könnte. Ich bin froh, dass 
ich mich beschränkt habe. Ein jeder muss begreifen, was er 
vor allem kann, und nur das machen, und dann nicht rechts 
und nicht links. Ich z. B. will kein Historienmaler sein. Auch 
kann ich keine präcisen Umrisse machen. Ich ziehe mich also 
vollwissentlich auf rein malerische Wirkungen zurück, auf vage 
Vorstellungen aus dem Kreis dessen, was mich beschäftigt." 
4!
        

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