Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1462940
Böcklins 
Ästhetik. 
„Gieb acht, was auf dich wirkt. Erst wenn du das 
„Warum" weisst, kannst duis auch." 
Böcklin giebt sozusagen nur den untersten Ton an, 
und der soll weiterklingen, bei dem Beschauer alles zusammen- 
raffen und mit emportragen zum vollen Accord wie im 
Battistero zu Pisa. 
Die Kunst kann nur Anregungen geben, in gewisser 
Richtung zwingende Anregungen, die den ganzen Menschen in 
Thätigkeit setzen, wie der ins Wasser geworfene Stein je nach 
Kraft und Grösse und Uferausdehnung seine Kreise erzwingt. 
Ein Kunstwerk muss also, so einfach und deutlich es 
auch sprechen soll, in der Seele des Beschauers etwas voraus- 
setzen (wie der Schall Gehör, das Sichtbare ein Auge, oder 
wie Saiten eines Instruments einen Resonanzboden), für seine 
Phantasie etwas übriglassen, so sicher es sie auch hält und 
führt. Es muss zwingend, mit sicherer siegreicher Hand und 
doch kaum merklich, im gewollten Sinne, in,der gewollten 
Linie anregen, alles Vorhandene aufrütteln und so in seinem 
Beschauer lebendig werden. 
Böcklin will in erster Linie deutlich sein, unmittelbar 
durch die Augen wirken, die Empfindung anregen. Man kann 
sich denken, wie wenig er zu Richard Wagner passte, der 
ihn doch für von seiner Art hielt und Dekorationen von 
ihm wollte. 
[Bezeichnend ist auch sein I-Iarmonium (nicht Klavier, weil 
er da dem einzelnen Ton kein Leben geben kann) und seine 
Noten: einfache Motive von Bach, Händel u. s. w. Klare, grosse 
Motive in breit einherschreitenden Accordfolgem] 
Floerke, Böcklin. 4
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.