Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1462692
Künstlerische 
Charakteristik. 
Der künstlerische Mut, mit dem Böcklin die heterodoxesten 
Sachen anpackt, sein unentwegter Glaube an sich selber, stehen 
heutzutage fast einzig da in ihrer Art. 
Wir müssen doch wohl nicht so satt sein „des Kramens 
in anderer Worten, des Schauens mit anderer Augen, des 
Denkens mit anderer Gedanken", wie Karl Hillcbrand meint. 
Denn wenn einer kommt, der er selbst ist, „der die Kraft dazu 
hat, die Selbstverleugnung, sich selbst zu bejahen", so verstehen 
wir ihn nicht, geben uns auch keine Mühe darum, sondern be- 
lächeln ihn. 
Böcklin hat schwer gearbeitet, um die künstlerische Welt, 
anschauung seiner Düsseldorfer Zeit los und er selbst zu werden. 
Nicht etwa im französischen Sinne 11130111" arriver", um dann 
wenn er sein Terrainchen, seine Specialität in Reitern, Soldaten, 
Rokokofiguren gefunden, ja nichts mehr daran zu ändern; son- 
dern in dem deutschen Sinne, dass der, der still steht, aufhört 
Künstler zu sein. Er geht unentwegt gerade aus, aber seinen 
Weg, von seiner wachsenden Erfahrung und Erkenntnis geleitet, 
weder rechts noch links fragend. Es ist manchmal recht dunkel 
um ihn her gewesen, aber jetzt hat es denn doch längst ange- 
fangen hell zu werden. 
Er hat niemals seiner Zeit geschmeichelt, noch den Be- 
dürfnissen irgend eines „Mäcens". Aktualität und Konnivenz 
sind für ihn nicht Sache der Kunst. 
Ich glaube seine Unfähigkeit Haupt- und Staatsaktionen 
mit vorgeschriebenen Gesichtern, Uniformen und Empfindungen
        

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